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Tag-Archiv für » Philosophie «

Drei Stufen der Erkenntnis

Freitag, 20. November 2009 | Autor: Bernd

Drei Stufen gibt es im Erkenntnisprozess:

  1. Glauben – Reaktion
  2. Zweifel – Revolution
  3. Wissen – Konservation

Durch diese Stufen müssen wir immer durch,  wir haben keine Chance, nicht beim einfachsten Gedanken, das Schlimmste was uns passieren kann ist, dass wir auf einer Stufe hängen bleiben (Gläubiger, Skeptiker, Lehrer). Nur der Weise (oder natürlich DIE Weise) kann aus diesem Prozess heraustreten UND gleichzeitig in der Spirale der Entwicklung der Erkenntnis aufsteigen.

Und dann geht es wieder von Vorne los, denn das Wissen wird Glauben.

weiter…

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Arroganz und Überheblichkeit der Philosophen

Sonntag, 29. März 2009 | Autor: Bernd

Eine meiner wichtigsten Erfahrungen beim Schreiben ist, dass falscher Respekt vor anderen Meinungen nicht hilft. Was im Alltag wichtig ist, die Fähigkeit zur kritiklosen Anerkennung des Existenzrechtes anderer Auffassungen, ist im wissenschaftlichen Alltag gefährlich. Hier ist an ALLEM zu zweifeln, alles in Frage zu stellen und jede(r) Andere als potentieller Dummkopf oder möglicherweise im Irrtum befangen, zu sehen.
So hat zum Beispiel Heidegger, der sich als Schüler von Husserl sieht, in seiner Einleitung zu den Grundproblemen der Phänomenologie Sätze geschrieben, die das grundsätzliche Husserlsche Herangehen in Frage stellen, sein Werk als grossen Fehler entdecken.

Einen Wissenschaftler ehren und respektieren heisst, sich auf seine oder ihre Schultern zu stellen, ihn zu treten, sich über ihn zu erheben, die Leiter wegzuwerfen (war ne gute Leiter, aber nun brauche ich mich nicht mehr leiten lassen!).

Respekt erweisen heisst in der Wissenschaft, diese Thesen als Leiter, als Schulter, als Stütz-punkt zu akzeptieren. Das heisst nämlich auch Vertrauen und Achtung. Kein Wunder dass Wittgenstein genau das in seinem berühmten Satz eingefordert hat!
Auf die Aussagen eines schleimigen, unklaren, unsicheren oder gar verlogenen Schreibers kann sich keiner stützen. Wir würden mit unserer Denkbasis zusammenbrechen.
Die Fundamente unserer Philosophien können nur mit den klaren Gedanken gebaut werden, den genialen Fehlern und Einseitigkeiten, den Irrtümern welche entstehen, wenn jemand konsequent den falschen Weg bis zum Ende geht und uns den falschen Weg weist und damit erspart. Einen Philosophen ehren, heisst, ihn kritisieren. ihn (oder sie) der Kritik würdig zu finden. Genau das war es, worunter Nietzsche so gelitten hat: Dass zu seinen Lebzeiten kaum ein grosser Denker existierte, der ihn kritisiert hat, nur eine Frau, die das konnte, Lou …
Daher vielleicht sein Misstrauen und seine Abneigung gegenüber den anderen Frauen …

Hegel sagt auch, dass die Philosophie nichts für den Pöbel ist, ihrer Natur nach etwas Esoterisches (“Über das Wesen der philosophischen Kritik überhaupt”) und Heidegger ergänzt: “Die Ansprüche und Maßstäbe des gesunden Menschenverstandes dürfen keine Geltung beanspruchen und keine Instanz darstellen bezüglich dessen, was Philosophie ist und was sie nicht ist.” (Grundprobleme der Phänomenologie. Klostermann. 1975 S. 19)

Das dürften einige der Gründe sein, weshalb Philosophen oft als überheblich, respektlos und arrogant bezeichnet werden.

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Über die Verständlichkeit von Philosophie

Montag, 5. Februar 2007 | Autor: Bernd

Philosophie und philosophische Schriften gelten als schwer verständlich. Das ist bei Sätzen nachvollziehbar, wie:

“Das Wahre ist das Ganze. Das Ganze aber ist nur das durch seine Entwicklung sich vollendende Wesen. Es ist von dem Absoluten zu sagen, daß es wesentlich Resultat, daß es erst am Ende das ist, was es in Wahrheit ist; und hierin eben besteht seine Natur, Wirkliches, Subjekt, oder Sich-selbst-werden, zu sein. So widersprechend es scheinen mag, daß das Absolute wesentlich als Resultat zu begreifen sei, so stellt doch eine geringe Überlegung diesen Schein von Widerspruch zurecht. Der Anfang, das Prinzip, oder das Absolute, wie es zuerst und unmittelbar ausgesprochen wird, ist nur das Allgemeine. Sowenig, wenn ich sage: alle Tiere, dies Wort für eine Zoologie gelten kann, ebenso fällt es auf, daß die Worte des Göttlichen, Absoluten, Ewigen usw. das nicht aussprechen, was darin enthalten ist; – und nur solche Worte drücken in der Tat die Anschauung als das Unmittelbare aus. Was mehr ist, als ein solches Wort, der Übergang auch nur zu einem Satze, ist ein Anderswerden, das zurückgenommen werden muß, ist eine Vermittlung. Diese aber ist das, was perhorresziert wird, als ob dadurch, daß mehr aus ihr gemacht wird denn nur dies, daß sie nichts Absolutes und im Absoluten gar nicht sei, die absolute Erkenntnis aufgegeben wäre. (G.W.F. Hegel, Phänomenologie des Geistes. Vorrede)”

Fremdworte, seltsame Formulierungen unverständliche Formulierungen sind Blicke in fremdes Denken, aktuelles Denken in schriftlicher Form. So wird geschrieben, wenn geforscht wird. Wenn die Sachverhalte erst einmal begriffen und Allgemeingut der Menscheit geworden sind, können sie erst verständlich formuliert werden. Was Hegel hier sagt, ist, dass, wenn ich erfahren muss, dass meine Gedanken nur in meinem Kopf existieren und die lebendige Wirklichkeit dadurch nur immer subjektiv und nur unvollkommen beschrieben wird – mein Wunsch nach Wissenschaft nicht aufgegeben werden muss, denn der Wunsch ist es, das Drängen, nicht das Resultat, der trockene Buchstabe, in dem wir und für den wir leben.

Dieses Drängen selbst ist gerichtet und zwar von der abstrakten Allgemeinaussage “alle Tiere” hin zur Konkretion “aller” Eigenschaften und Beziehungen eines Sachverhaltes, zum Beispiel in der Wisenschaft der Zoologie, die für Hegel hier das Beispiel absoluten Wissens gibt.

Also: Habt Verständnis mit den Philosophinnen und Philosophen, die um Verständnis ringen!

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Die Weisheit der jungen Menschen

Sonntag, 28. Januar 2007 | Autor: Bernd

Üblicherweise sprechen wir immer von den “Alten Griechen”. Aber die griechischen Philosophen waren nicht älter als wir, als sie dachten und schrieben. Ihre Philosophie dagegen war noch ganz jung und frisch:

1. Mythische Formen, Erzählungen und Geschichte-n sind erste Formen der Ver- und Übermittlung von Erfahrungen, die über die Dauer eines Menschenlebens hinausgehen. Diese Mythen zu pflegen, zu verbreiten und zu tradieren war die wesentliche Tätigkeit der Priester (Rhapsoden, Sänger, Stammesälteste).
2. Wir beobachten einen Übergang von der Dominanz der Erfahrung der Ältesten zur höheren Bewertung der analytischen Erfahrung der Gegenwart durch wissenschaftliche und wissenschaftsähnliche Erkenntnisse. Natürlich besteht ein Zusammenhang zur Kolonisierung in Kleinasien, die dortigen Städtegründungen stärkten die nicht- und antiaristokratischen (militärisch-demokratischen) gesellschaftlichen Lebensformen um 600 v.u.Z.
3. Philo-Sophia (Liebe zur Weisheit) wird zu einer generalisierenden Bezeichnung für jegliche Formen der Suche nach Ursachen und Hintergründen, die sich nicht auf mythische Denkformen (nennende) beschränken.
4. Weisheit beschränkt sich nicht mehr auf die Alten, die sich auf erlebte Erfahrung berufen, sondern erfaßt nun auch die jungen Menschen, die Wissen (erlernte Erfahrung) und Erfahrungsanalyse verbinden können. (Weisheit liegt nicht in den Jahren, sondern im Kopf)
5. Früheste Form ist die Suche nach dem Urgrund des Daseienden in der daseienden Welt (Urmaterien: Wasser [Thales], die Luft [Anaximenes], das All-Eine [Xenophanes]), nicht mehr in der Tätigkeit von Göttern.
6. Thales von Milet (624-546 v.u.Z.) Kaufmann, welterfahrener Mensch, brauchte die Wissenschaft unmittelbar für den Erfolg seiner Unternehmungen. Auch durch ihn wurde viel ägyptisches Wissen und Gedankengut in das griechische Denken aufgenommen.
7. Mit der Denkbarkeit des Ursprungs als etwas dem Menschen Zugängliches beginnt die Fähigkeit zur Vergegenständlichung einen gewaltigen Beschleunigungsschub zu erfahren, (war vorher auch schon existent, aber sehr langsam, vgl. die lange Dauer von Despotien des asiatischen Typs). Damit werden die Zentren des philosophischen Denkens in der Welt [Griechenland, Indien, China] zu Keimstätten der Zivilisation des modernen Typus.
8. Die ,,Alten Griechen” sind junge Griechen, von der philosophischen Entwicklungsstufe her voll kindlicher Naivität, Einfachheit und Klarheit.

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