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Meinungen und Wissen

Sonntag, 5. April 2009 | Autor: Bernd

“Knowledge is just opinion that you trust enough to act upon.”
(Orson Scott Card)
(Wissen ist nur Meinung, auf deren Basis du dich traust zu handeln.)

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Seinszuweisungen und Meinungen

Mittwoch, 18. März 2009 | Autor: Bernd

Vergleiche:

“Du  siehst gut aus!”

“Ich finde, dass du gut aussiehst!”

Wie so oft finden wir im Alltag die philosophischsten Fragen. Was sind die Unterschiede zwischen diesen beiden Aussagen? Erst mal, dass wir die erste viel öfter finden als die zweite. Zum Anderen, dass die erste eine Seinszuweisung ist und die zweite eine Meinung.

Sehr oft werden Meinungen als Seinszuweisungen ausgesprochen.

Ein Kollege gab seinen Studenten die Aufgabe, eine Zeitung zu durchforsten und Meinungen und Informationen mit verschiedenen Farben zu kennzeichnen. Die Studenten waren bass erstaunt, als sie feststellten, dass die Zeitung fast ausschliesslich Meinungen und nur sehr wenig Informationen enthielt.

Warum aber tun wir das? Warum sprechen wir unsere Meinung so gerne als Seinszuweisung (ontologischen Satz) aus und warum lesen und hören wir offenbar so gerne Meinungen in den Medien, wie wir an den Umsatzzahlen der Medien oder an den Einschaltquoten von Big Brother Sendungen sehen können?

Nun, ich nehme an, dass eine Seinszuweisung den Menschen mehr Schutz bietet und ihre Meinung unangreifbarer macht.

Wenn man, also die ganze Welt, weiss (Wie jeder weiss …, bekanntlich …), ist man mit seiner Meinung nicht alleine und wer wird sich wagen, gegen die Allgemeinheit zu argumentieren?

Natürlich macht eine solche Aussage auch unsicher, dashalb suchen wir in den Medien Spiegel, Ausweise unserer Auffassungen (siehst du? Sie schreiben das sogar in der Zeitung! Also muss es wahr sein![vgl auch Terry Pratchett: The Truth]). Die Zeitungen mit den grossen Buchstaben sind nicht deshalb so begehrt, weil sie so informativ sind oder gar weil sie die Wahrheit sagen, sondern weil sie die Meinungen der grösseren Anzahl der Leser bestätigen. Diese Blätter wie auch das Fernsehen sind keine Meinungsmacher, sondern Meinungsbestätiger, Spiegel. Sie zeigen den Leuten nichts anderes als sich selbst, besser das geschminkte Gesicht, dass die Menschen von sich selbst im Spiegel sehen möchten.

Alle Versuche, diesen Medien Unwahrhaftigkeit oder Meinungsmache vorzuwerfen, sind daher zum Scheitern verurteilt.

Das ist so ;-)

Deswegen versuche ich auch so opinionated zu sein, ein Wort das seltsamerweise “selbstherrlich, rechthaberisch” bedeutet. Auch hier finden wir eine Ironie der Alltagsphilosophie: Derjenige, welcher eine Meinung ausdrückt und verteidigt, ist rechthaberisch oder gar selbstherrlich, derjenige, welcher seine Meinung als Allgemeinaussage verkleidet, als universale Aussage, wird geachtet oder gefürchtet.

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Meinungen und Fakten

Montag, 16. Februar 2009 | Autor: Bernd

Auf meiner Reise nach Indien sagte eine sehr kluge Frau zu mir: “You are very opinionated”, also etwa: du hast zu allem eine feste Meinung.
Ich dachte darüber nach. Mein ganzes Leben lang habe ich die Erfahrung gemacht, dass nur eine kleine Anzahl von Personen auf eine Meinung mit einer fundierten Diskussion antworteten, die weitaus grössere Zahl aber mit Ausweichen oder gar Hass reagierte. Vielleicht war es ja auch ich selbst, der zu sehr auf einer Meinung beharrte, vielleicht sollte ich eher nachgeben, dachte ich, vielleicht sollte ich gar nicht erst eine Meinung äussern um nicht in Gefahr zu geraten?

Nun glaube ich die Ursache dieses für mich befremdlichen Verhaltens zu wissen: Für mich ist, so hoffe ich, eine Meinung der Startpunkt für Denken, mein Nach-denken ist in der Regel ein Denken-Nach-einer-Meinung, sei es meine eigene oder die Meinung eines anderen Menschen. Für viele Menschen aber ist eine Meinung der Endpunkt ihres Denkens, bei dem sie zu glauben beginnen. Wenn sie sich ihre eigene Mein-ung gebildet haben (durch Bildung, wie durch die Aneigung), beginnen sie diese Meinung (wie einen Besitz) so lange zu verteidigen, bis sie sie für eine Wahrheit halten. Diese Verteidigung ist dogmatisch, also gedankenlos, ohne Weiterentwicklung.

Genau das geschieht mit Religionen und Ideologien. Alle grossen Religionsstifter oder Ideologiebegründer wie auch Karl Marx hatten versucht, mit ihren Meinungen Denken anzustiften, aber alle grossen Religionen und Ideologien wurden, sobald sie sich mit Macht verbanden, dogmatisch. Das ist soweit auch notwendig, weil Macht feste Regeln benötigt.

Aber Wissenschaft ist das nicht mehr, es ist Politik. Deshalb ist Wissenschaft zwar machtbegründend, nicht aber machterhaltend. Machterhaltung ist immer mit Glauben und Vertrauen verbunden, Wissenschaft immer mit Zweifel und Kritik.

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Orient und Okzident und Meinungen

Donnerstag, 14. August 2008 | Autor: Bernd

Mohamed, der Marokkaner und Hamid, der Iraner, beides fleissige, kluge Leute, erzählen: “Ein Unterschied zwischen einem Deutschen und einem Orientalen ist, dass der Deutsche, wenn er eine Meinung gefasst hat, diese Meinung durchsetzen will und so lange diskutiert und diese Meinung verteidigt, bis er sicher ist, dass sie nicht stimmt. Der Orientale dagegen versucht so lange die Meinung eines anderen zu akzeptieren und zu ertragen, bis er merkt, dass sie nicht stimmt, erst dann wird er sich abwenden und gehen.”

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