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Wahn ist Wirklichkeit

Freitag, 26. Februar 2010 | Autor: Bernd

Wirklichkeit (actualitas, realitas) wird üblicherweise der Möglichkeit oder dem Schein entgegengesetzt. Eine intensive Diskussion findet statt über die Frage, ob Wirklichkeit materiell oder ideell ist (also objektiv und deshalb ausserhalb des menschlichen Bewusstseins oder subjektiv und deshalb innerhalb des menschlichen Bewusstseins existiert).

Vernachlässigt wird dabei ein einfacher Sachverhalt, nämlich, dass das Wort “Wirklichkeit” mit seinem wesentlichen Bestandteil “wirken” überhaupt nichts mit Objektivität oder Subjektivität, Sein, Möglichkeit oder Schein zu tun hat. Der Schein – insofern er wirkt, ist Wirklichkeit, der Wahn – insofern er wirkt, ist Wirklichkeit, Gott insofern er (oder Sie) wirkt ist Wirklichkeit. Selbst das nur Mögliche wird Wirklichkeit, sobald es auf meine Entscheidungen wirkt (z.B. als selbsterfüllende Prophezeiung).

Das ist der Wit(z) bei Lacan und modernen Therapeutinnen und Therapeuten, dass der Wahn nicht als unrealistisch abgetan wird, sondern ernst genommen wird als subjektive Wirklichkeit eines Klienten.

Die Verwirrung zeigt sich in der Alltagssprache, so finden wir oft Aussagen wie: “Es ist wirklich möglich …” und “Es ist scheinbar wirklich …”

Wirklichkeit kommt von Wirkung. Wirkung kommt von etwas Anderem. Etwas ist wirklich insofern es wirkt. Ob das Andere in unserem Hirn ist oder ausserhalb unseres Hirns oder irgend ganz anderswo, ist eine sekundäre Frage. Diese Frage sollte so gestellt werden:

Kann von der Wirklichkeit auf das Sein gefolgert werden?  Steht wirklich (!) ausser Frage dass etwas ist, weil es wirkt (das ist im Wesentlichen die Logik der aposteriorischen Gottesbeweise des Thomas von Aquin) oder dass etwas ist, weil es gedacht, ausgesagt werden kann (das ist im Wesentlichen die Logik der apriorischen onologischen Gottesbeweise des Anselm von Canterbury)?

Worüber wir sicher etwas sagen können, ist immer nur über die Wirklichkeit, niemals über das Sein.

Was gezeigt werden  kann, kann nicht gesagt werden. (Wittgenstein)

Worüber wir sicher etwas sagen können, ist, auf welche Weise  etwas wirklich ist, auf uns gewirkt hat!
Welche Seinsweise hat also ein Etwas?

  • Ist es objektiv wirklich (ausserhalb des menschlichen, oder gar ausserhalb meines eigenen) Bewusstseins?
  • ist es subjektiv wirklich (innerhalb des menschlichen, zumindest aber in meinem) Bewusssein?
  • ist es anders, auf eine uns bisher unbekannte Weise wirklich (meine Wahrnehmung – bisher – übersteigend, transzendent)?

Interessant ist diese Diskussion auch deshalb, weil Wirklichkeit und Existenz oft verknüpft werden. Damit wird Existenz aber nur zu einem Synonym von Wirklichkeit.

  • “Alles, was wirklich ist, existiert.”
  • “Etwas existiert nur weil und insofern es es wirkt”
  • “Wir wissen von der Existenz von etwas, weil wir von der Wirkung wissen”
  • “Weil etwas auf uns wirkt, können wir auf die Existenz dieses Etwas schliessen”
  • Wir wissen nur von der Wirkung einer Sache, niemals aber von der Existenz” (Kant)
  • “Alles was wirklich ist ist vernünftig, alles was vernünftig ist, ist wirklich” (Hegel)
  • etwas existiert für mich weil und insofern es auf mich wirkt.

Oft wird auch Wirklichkeit und Wahrheit miteinander verknüpft

  • Sein ist Wahrgenommen werden, esse est percipi. (Berkeley)
  • Ich glaube es erst als Wahrheit wenn und insofern ich es sehe, anfassen, wahrnehmen kann (Realismus, Empirismus)
  • “Ist das wirklich wahr?” ist eine unzulässige Verknüpfung zweier Fragen: Die Wahrheit einer Aussage (und nur Aussagen haben Wahrheit) besteht in der Übereinstimmung mit dem Sachverhalt, über dessen Wirkung etwas ausgesagt wird.

“Es regnet gerade” bedeutet nicht, dass es wirklich gerade regnet, sondern, dass eine Person eine Aussage post festum mit dem Inhalt macht “Es regnet gerade” und dabei auf Wirkungen auf sich selbst verweist (Ich sehe, dass die Strasse nass ist, ich sehe Wassertropfen an der Scheibe, meine Haare fühlen sich gerade jetzt nass an u.s.w.) welche auf diese Person an diesem Ort und zu dieser Zeit einwirkten. Nur die Aussagen von Zeugen zum selben Sachverhalt, also Personen, welche zur selben Zeit am selben Ort sind, können überhaupt verglichen werden und dabei kann Übereinstimmung oder Nichtübereinstimmung festgestellt werden. Und ich kann Zahlen, Daten, Fakten durch technische Hilfsmittel erheben. Aber auch diese “objektiven” Informationen werden schliesslich mitgeteilt durch Personen.
Ich kann also am Ende nur sagen: Die Aussage der Person A über  die Wirkung des Sachverhaltes X zum Zeitpunkt  Δt auf sie stimmt oder stimmt nicht überein mit der Aussage von Person B über die Wirkung des Sachverhaltes X zum Zeitpunkt  Δt oder mit der Aussage über die Outputs eines technischen Gerätes auf  Person C über die Wirkung des Sachverhaltes X zum Zeitpunkt  Δt.

Eine Aussage über die Wirklichkeit eines Sachverhaltes (“Das war wirklich George Clooney, den ich gesehen habe.”) ist keine Aussage über die Wahrheit eines Sachverhaltes, sondern nur über die subjektive Übereinstimmung einer Vorstellung mit einer Erfahrung (“Der sah so aus wie ich mir George Clooney vorstelle!”), die Erzählung von einer Wirkung.

Wirklichkeit führt zum Für-wahr-halten, niemals aber zumWahr-Sein.

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Events (Ereignisse) and Stories

Dienstag, 8. April 2008 | Autor: Bernd

It was Immanuel Kant who declared, we perceive only facts, events. Links between these facts are added by our brainwork. These links are STORIES, threads, links, connections between observations and individual peoples and their deeds. All we see is “this, here, now”. If – then – else is brainwork, science, engineering – stories.


Kant hat mal festgestellt, dass wir nur Ereignisse wahrnehmen können, die Zusammenhänge zwischen den Ereignissen jedoch über den Verstand herstellen – das sind die Stories – die Linien, Verbindungen zwischen den Ereignissen und Individuen!

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Häßliches

Montag, 14. Januar 2008 | Autor: Bernd

Friedrich Schlegel beobachtet 1797 (“Über das Studium der griechischen Poesie”, 1797):

“Das Schöne . . . ist so wenig das herrschende Prinzip der modernen Poesie, daß viele ihrer trefflichsten Werke ganz offenbar Darstellungen des Häßlichen sind.”

1853 veröffentlicht Karl Rosenkranz die “Ästhetik des Häßlichen”. Er wurde dazu getrieben, weil der Missbrauch der Vorstellungen Schillers, Hölderlins oder Schellings über die Rolle des Schönheitserlebens überhand genommen hat:

„Unsere deutsche Literaturgeschichte ist durch das Zurechtmachen derselben für Mädchenpensionate und höhere Töchterschulen schon ganz kastriert worden, um nur immer das Edle, Reine, Schöne, Erhebende, Erquickende, Gemütliche, Liebliche, Veredelnde und wie die Stichworte weiter lauten, für die zarten Jungfrauen- und Frauenseelen herauszustellen. Es ist dadurch eine unglaubliche Falschmünzerei der Geschichte der Literatur in Gang gekommen.” (Rosenkranz, Karl: Ästhetik des Häßlichen. Vorwort.)

Rosenkranz stellt das Häßliche als die andere Seite des Schönen dar, als dessen Negation. So existiert das Häßliche nur durch das Schöne. Damit nutzt er das Häßliche wie das Schöne als Unterkategorien des Ästhetischen welches selbst nicht mehr als Synonym für das Schöne genommen werden kann. Diese Idee ist meines Erachtens nicht im Widerspruch zu Kant’s Intentionen, sondern bereichert diese Intentionen um eine realistischere Seite. Abgewandelt könnte also festgestellt werden:

“Die Erfahrung des Häßlichen zeigt uns wo wir nicht in die Welt passen” und “Die Erfahrung des Ästhetischen zeigt uns unser Passen zur Welt”.

Damit ist das Urteil, welches Werk als häßlich (Schlegel ordnete dieser Klasse auch die Werke Shakespeares zu) und welches als schön erfahren wird immer eine Aussage über die Position des Aussagenden in der Welt. Die Entwicklung unseres Denkens über das Ästhetische wird durch die Extremwerte angetrieben, wie die schöne Darstellung des Häßlichen (wie in Goya’s Darstellung der Familie Charles IV):

oder die häßliche Darstellung des Schönen (wie bei Picasso):

Heraus kommt eine neue Konzeption der Ästhetik, bei der der Ästhetik eine über der Bewertung stehende Funktion im Empfinden der Menschen zukommt. Ob Tiere ästhetisches Empfinden haben, ist noch ungeklärt.Häßliches und Schönes als dialektische Gegensätze sind etwas anderes als die Definition des Häßlichen als (graduelle) Abwesenheit des Schönen. Wenn wir aber über dialektische Gegensätze reden, müssen wir auch über die Bewegung, deren Antrieb aus diese resultiert nachdenken.

Diese Bewegung ist das ästhetische Empfinden oder auch die ästhetische Empfindungsfähigkeit in der tatsächlich, wie in der Transzendentalphilosophie dargestellt, Objekt und Subjekt als Ungetrenntes in einer gleichsam mystischen Weise erfahren werden können.

Irrwege sind m.E. alle Versuche,

  • die Produktion ästhetischer Wahrnehmungsmöglichkeiten auf das Schöne einzuschränken – dies führt letztlich zum Elfenreigen über dem Bett,
  • diese Produktion dem Dienst einer politischen Bewegung zu unterstellen (dass ästhetische Wahrnehmung unmittelbar die Wahl einer politischen Bewegung unterstützen kann sieht man an den Masseninszenierungen Hitlers und Speers, die in den Turn- und Sportfesten der nordkoreanischen Machthaber ihre peinliche Fortsetzung finden vgl. auch meinen Artikel zu Politik und Philosophie) das führt zum peinlichen Grossdenkmal (bei dem ich sowohl die Fürstenstandbilder* als auch die Stalinstandbilder meine),
  • aber auch, das Ästhetische als Wertung (“Das sieht halt jeder anders”) ganz in der unverbindlichen Subjektivität der Meinung verschwinden zu lassen, das würde den Tatsachen kollektiver ästhetischer Urteile über Jahrtausende hinweg nicht gerecht.
  • Die Erfindung des “Künstlers”, die Politisierung der Kunst (Kunst als Werkzeug), die Ökonomisierung der Kunst im Design (Künstler als Wegbereiter des Designs) und die (pseudo-) wissenschaftliche, akademische Unbegreifbarmachung der Kunst sind verschiedene Werkzeuge, die nur ein Ziel haben – die Trennung von Subjekt und Objekt wieder herzustellen.


* Ist euch schon mal aufgefallen, dass die einzigen Gelehrten, die sich auf dem Standbild von Friedrich II Unter den Linden befinden, unter dem Schwanz des Pferdes plaziert wurden?

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Schönes

Montag, 14. Januar 2008 | Autor: Bernd

“Die Erfahrung des Schönen zeigt, dass wir in die Welt passen.” (Immanuel Kant) 

Dieser Satz beschreibt einen Fakt oder einen Sachverhalt. Die Tatsache, dass das Subjekt “wir” eine regelmässige (nicht zufällige oder singuläre) Erfahrung erlebt IST einfach da, sie geschieht, wenn sich Subjekte aktiv Objekten aussetzen und es gibt eine vergleichbare Erfahrung beim Naturschönen, also einem Verhalten zur Welt die sich als ästhetisches Objekt offenbart. Das Subjekt erlebt diese Erfahrung (passiv) oder macht diese Erfahrung (aktiv) also sowohl bei Objekten die da sind, das Da-Sein ausmachen, also durch die Wahrnehmung gegeben sind (Naturschönes) als auch bei Objekten, die Resultate des Einwirkens von Subjekten auf diese Objekte sind (Kunstschönes). Diese Erfahrung der Identität, der Ähnlichkeit, gar der Vereinigung ist mystisch, aber nicht transzendental, weil unmittelbar in der Wahrnehmung gegeben. Es ist also ein “Passen” in die Welt, das wir erfahren, ein “nicht-mehr-allein-sein”, dagegen ein “All-Ein-Sein” und diese Erfahrung ist was wir (nach Kant) einen oder gar den ästhetischen Genuss nennen. Genau dieses Gefühl der Identität mit der Welt im ästhetischen Erleben des Schönen wird durch Hölderlin und Schelling als der Punkt in der Welt erfaßt, von dem aus sich diese Welt erst begreifen und dann aus den Angeln heben lässt.

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Vor welchen Karren darf sich die Philosophie spannen lassen?

Samstag, 8. Dezember 2007 | Autor: Bernd

Der Zusammenhang der Philosophie und der Philosophinnen und Philosophen zu politischen, moralischen oder anderen interessegeleiteten Verhaltenssteuerungen, wie sie in der Regel als “praktische Philosophie” bearbeitet und gelehrt wird, gehört zu den schmerzhaftesten Angriffspunkten denen sich die Philosophie auszusetzen hat. Nietzsche, dessen Genie dazu führte, selbst in seinen Scherzen oder in seinen Schmerzen (wie seinen “Krankheiten”) philosophisch weitreichend zu wirken (ähnlich wie es Liebermann über Degas sagte: “Der könnte auch in den Schnee pinkeln und es würde ein Kunstwerk daraus …” ), zeigt diesen Zusammenhang in diesem von ihm selbst arrangierten Foto, das ihn mit seinem Freund Paul Rée und ihrer gemeinsamen Angebeteten Lou Andreas-Salome zeigt, einer der wohl zu dieser Zeit (Anfang Mai 1882) interessantesten Frauen der Welt:

Nietzsche, Lou Andereas Salome, Ree

Was allemal auf den Philosophen wartet, ist bestenfalls die Peitsche, schlimmstenfalls die (mitunter verächtliche) Ablehnung oder Zurückweisung.

Natürlich haben Philosophen und Philosophinnen Bedürfnisse: sie müssen essen, wohnen, sich kleiden, brauchen sexuelle Befriedigung u.s.f., insofern sind sie unfrei in ihren Entscheidungen, hängen von anderen Menschen oder von Umweltbedingungen ab.

So müssen sie sich auch immer wieder nach dem Nutzen ihrer Tätigkeit fragen lassen. Nur für nützliche Tätigkeit gibt es von deren Nutznießern mitunter einen Gegenwert.

Die Erfindung der “praktischen Philosophie” mithin, so weit ich es verstanden zu haben glaube – die “wissenschaftliche Begründung” der Moral und des gesellschaftlichen Handelns (des Handelns gegenüber anderen Menschen) – ist ein solches Angebot an eventuelle Nutznießer auf dem Markt der Empfehlungen und Begründungen (post festum) für menschliches Verhalten.

Meines Erachtens aber ist diese Interessen begründende oder Interessen modifizierende Tätigkeit selbst keine philosophische Tätigkeit mehr. Sie geht über die philosophische Tätigkeit hinaus in einen Bereich, in dem sich auch die Physik oder die Mathematik tummelt.

Kein Wunder, dass auch Kant, als er an diesem Punkt angekommen ist, ähnlich wie für die Mathematik notwendig – Axiome (das Moralgesetz in mir) und daraus abgeleitete Postulate (Unsterblichkeit, Freiheit, Gott) – bestimmen muss und damit das Feld der Philosophie verlässt.

Dieser Fall kann abwertend als Verrat an der Philosophie oder als Rücksicht auf das Volk als die Nutznießer der Philosophie betrachtet werden, so wie es Heine scherzhaft darstellt: Nachdem Kant alle Götter habe blutig über die Klinge springen lassen habe ihm sein Diener Lampe leid getan. „Der alte Lampe muss einen Gott haben, sonst kann der arme Mensch nicht glücklich sein – der Mensch soll aber auf der Welt glücklich sein – das sagt die praktische Vernunft – meinetwegen – so mag auch die praktische Vernunft die Existenz Gottes verbürgen.“

Die Frage ist: “Soll oder darf Philosophie überhaupt praktisch werden?

Ist es richtig (was heisst das wieder?) wenn die Philosophie in den Dienst bestimmter Interessengruppen tritt, sei es aus historischer Moral heraus für die Arbeiterklasse wie beim Marxismus-Leninismus oder sei es aus dem bloßen Hunger heraus für das Kapital – vertreten durch deren Agenten, die Kapitalisten oder sei es aus Angst heraus gegenüber für die jeweiligen Herrschenden?

Ich denke, dass sich Philosophie im Dienste von wem auch immer nur blamieren kann, so wie sie es in ihrer Geschichte auch immer getan und erlebt hat. Das hält jedoch die einzelnen Philosophen nicht davon ab, neben ihrer nützlichen Tätigkeit dem Entwicklungsprozess des philosophischen Denkens ihren Teil hinzuzufügen. Wichtig scheint es mir, zu unterscheiden zwischen diesen beiden Ergebnissen oder wenn man kann, zwischen diesen Tätigkeiten zu trennen.

Am gefährdetsten sind die “akademischen Philosophen”, also Leute, die für ihre Tätigkeit vom jeweiligen Staat bezahlt werden. Sie verlieren ihre Stelle sofort, sobald ihre Aussagen die Grundlagen des Staates in Frage stellen, der sie bezahlt.

Bei Hegel zum Beispiel heisst das, zu unterscheiden zwischen seinen gigantischen Denkergebnissen bei der Beschreibung der Dialektik und seinen schäbigen Denkversuchen bei der Begründung der damals bestehenden Herrschaftsverhältnisse und der Erhaltung seiner eigenen Existenz (für die er sich dem Spott Schopenhauers und Nietzsches aussetzen musste, die selbst ihre Existenz als Rentiers, also von ihren Vermögen zahlten).

Spinoza, einer der mir liebsten Philosophen der Neuzeit, ernährte sich vom Linsenschleifen, das einzelne Menschen sehend machte, seine Philosophie, die die ganze Menscheit sehend machte, brachte ihm nichts ein, wurde nicht einmal zu seinen Lebzeiten vollständig veröffentlicht.

Es ist gut, wenn der Philosoph für seine Tätigkeit auf nichts Rücksicht nehmen, vor nichts Angst haben muss. Den ganzen Philosophen wegzuwerfen oder zu verurteilen wegen des für ihn nützlichen aber unphilosophischen Teiles seiner Arbeit ist ebenso unsinnig, wie das Kind mit dem Bade auszuschütten, aber wer tut das schon …

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