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Sequenz

Montag, 15. März 2010 | Autor: Bernd

  • Wo genaues Wissen fehlt, setzt die Vermutung ein.
  • Wo die Vermutung einsetzt, regiert das Unterbewusste.
  • Wo das Unterbewusste regiert, organisiert sich das Chaos.
  • Wo sich das Chaos organisiert, werden Strukturen entstehen.
  • Wo Strukturen entstehen, gibt es einen Platz für mich.
  • Wo es einen Platz für mich gibt, habe ich die Wahl.
  • Wo ich die Wahl habe, fühle ich mich frei.
  • Wo ich mich frei fühle, halte ich meine Wahl für meine Entscheidung.
  • Wo ich etwas für meine Entscheidung halte, kann ich zufrieden sein.
  • Wo ich zufrieden bin, beginne ich zu phantasieren.
  • Wo ich beginne zu phantasieren, erzeuge ich Wirklichkeit.
  • Wo ich Wirklichkeit erzeuge, lebe ich.
  • Wo ich lebe, fehlt mir genaues Wissen.

(in infinitum)

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Wahn ist Wirklichkeit

Freitag, 26. Februar 2010 | Autor: Bernd

Wirklichkeit (actualitas, realitas) wird üblicherweise der Möglichkeit oder dem Schein entgegengesetzt. Eine intensive Diskussion findet statt über die Frage, ob Wirklichkeit materiell oder ideell ist (also objektiv und deshalb ausserhalb des menschlichen Bewusstseins oder subjektiv und deshalb innerhalb des menschlichen Bewusstseins existiert).

Vernachlässigt wird dabei ein einfacher Sachverhalt, nämlich, dass das Wort “Wirklichkeit” mit seinem wesentlichen Bestandteil “wirken” überhaupt nichts mit Objektivität oder Subjektivität, Sein, Möglichkeit oder Schein zu tun hat. Der Schein – insofern er wirkt, ist Wirklichkeit, der Wahn – insofern er wirkt, ist Wirklichkeit, Gott insofern er (oder Sie) wirkt ist Wirklichkeit. Selbst das nur Mögliche wird Wirklichkeit, sobald es auf meine Entscheidungen wirkt (z.B. als selbsterfüllende Prophezeiung).

Das ist der Wit(z) bei Lacan und modernen Therapeutinnen und Therapeuten, dass der Wahn nicht als unrealistisch abgetan wird, sondern ernst genommen wird als subjektive Wirklichkeit eines Klienten.

Die Verwirrung zeigt sich in der Alltagssprache, so finden wir oft Aussagen wie: “Es ist wirklich möglich …” und “Es ist scheinbar wirklich …”

Wirklichkeit kommt von Wirkung. Wirkung kommt von etwas Anderem. Etwas ist wirklich insofern es wirkt. Ob das Andere in unserem Hirn ist oder ausserhalb unseres Hirns oder irgend ganz anderswo, ist eine sekundäre Frage. Diese Frage sollte so gestellt werden:

Kann von der Wirklichkeit auf das Sein gefolgert werden?  Steht wirklich (!) ausser Frage dass etwas ist, weil es wirkt (das ist im Wesentlichen die Logik der aposteriorischen Gottesbeweise des Thomas von Aquin) oder dass etwas ist, weil es gedacht, ausgesagt werden kann (das ist im Wesentlichen die Logik der apriorischen onologischen Gottesbeweise des Anselm von Canterbury)?

Worüber wir sicher etwas sagen können, ist immer nur über die Wirklichkeit, niemals über das Sein.

Was gezeigt werden  kann, kann nicht gesagt werden. (Wittgenstein)

Worüber wir sicher etwas sagen können, ist, auf welche Weise  etwas wirklich ist, auf uns gewirkt hat!
Welche Seinsweise hat also ein Etwas?

  • Ist es objektiv wirklich (ausserhalb des menschlichen, oder gar ausserhalb meines eigenen) Bewusstseins?
  • ist es subjektiv wirklich (innerhalb des menschlichen, zumindest aber in meinem) Bewusssein?
  • ist es anders, auf eine uns bisher unbekannte Weise wirklich (meine Wahrnehmung – bisher – übersteigend, transzendent)?

Interessant ist diese Diskussion auch deshalb, weil Wirklichkeit und Existenz oft verknüpft werden. Damit wird Existenz aber nur zu einem Synonym von Wirklichkeit.

  • “Alles, was wirklich ist, existiert.”
  • “Etwas existiert nur weil und insofern es es wirkt”
  • “Wir wissen von der Existenz von etwas, weil wir von der Wirkung wissen”
  • “Weil etwas auf uns wirkt, können wir auf die Existenz dieses Etwas schliessen”
  • Wir wissen nur von der Wirkung einer Sache, niemals aber von der Existenz” (Kant)
  • “Alles was wirklich ist ist vernünftig, alles was vernünftig ist, ist wirklich” (Hegel)
  • etwas existiert für mich weil und insofern es auf mich wirkt.

Oft wird auch Wirklichkeit und Wahrheit miteinander verknüpft

  • Sein ist Wahrgenommen werden, esse est percipi. (Berkeley)
  • Ich glaube es erst als Wahrheit wenn und insofern ich es sehe, anfassen, wahrnehmen kann (Realismus, Empirismus)
  • “Ist das wirklich wahr?” ist eine unzulässige Verknüpfung zweier Fragen: Die Wahrheit einer Aussage (und nur Aussagen haben Wahrheit) besteht in der Übereinstimmung mit dem Sachverhalt, über dessen Wirkung etwas ausgesagt wird.

“Es regnet gerade” bedeutet nicht, dass es wirklich gerade regnet, sondern, dass eine Person eine Aussage post festum mit dem Inhalt macht “Es regnet gerade” und dabei auf Wirkungen auf sich selbst verweist (Ich sehe, dass die Strasse nass ist, ich sehe Wassertropfen an der Scheibe, meine Haare fühlen sich gerade jetzt nass an u.s.w.) welche auf diese Person an diesem Ort und zu dieser Zeit einwirkten. Nur die Aussagen von Zeugen zum selben Sachverhalt, also Personen, welche zur selben Zeit am selben Ort sind, können überhaupt verglichen werden und dabei kann Übereinstimmung oder Nichtübereinstimmung festgestellt werden. Und ich kann Zahlen, Daten, Fakten durch technische Hilfsmittel erheben. Aber auch diese “objektiven” Informationen werden schliesslich mitgeteilt durch Personen.
Ich kann also am Ende nur sagen: Die Aussage der Person A über  die Wirkung des Sachverhaltes X zum Zeitpunkt  Δt auf sie stimmt oder stimmt nicht überein mit der Aussage von Person B über die Wirkung des Sachverhaltes X zum Zeitpunkt  Δt oder mit der Aussage über die Outputs eines technischen Gerätes auf  Person C über die Wirkung des Sachverhaltes X zum Zeitpunkt  Δt.

Eine Aussage über die Wirklichkeit eines Sachverhaltes (“Das war wirklich George Clooney, den ich gesehen habe.”) ist keine Aussage über die Wahrheit eines Sachverhaltes, sondern nur über die subjektive Übereinstimmung einer Vorstellung mit einer Erfahrung (“Der sah so aus wie ich mir George Clooney vorstelle!”), die Erzählung von einer Wirkung.

Wirklichkeit führt zum Für-wahr-halten, niemals aber zumWahr-Sein.

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Culture Circle

Freitag, 5. Februar 2010 | Autor: Bernd

It seems, that every culture has three steps or phases you are partly or successive in:

3 cultures:

  • Creative – Inventing Things and ideas, taking risks, high failure rate
  • Ready made – Using things and ideas, no own ideas, low risk, money consuming
  • Recycling – Re-using things and ideas until they are worn out, no risk at all

Because it is a circle – the end of recycling is the beginning of creativity.

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Development of Knowledge

Samstag, 21. November 2009 | Autor: Bernd

  1. Believe everything
  2. Criticize everything
  3. Believe because you know

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Drei Stufen der Erkenntnis

Freitag, 20. November 2009 | Autor: Bernd

Drei Stufen gibt es im Erkenntnisprozess:

  1. Glauben – Reaktion
  2. Zweifel – Revolution
  3. Wissen – Konservation

Durch diese Stufen müssen wir immer durch,  wir haben keine Chance, nicht beim einfachsten Gedanken, das Schlimmste was uns passieren kann ist, dass wir auf einer Stufe hängen bleiben (Gläubiger, Skeptiker, Lehrer). Nur der Weise (oder natürlich DIE Weise) kann aus diesem Prozess heraustreten UND gleichzeitig in der Spirale der Entwicklung der Erkenntnis aufsteigen.

Und dann geht es wieder von Vorne los, denn das Wissen wird Glauben.

weiter…

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Think different!

Mittwoch, 11. November 2009 | Autor: Bernd

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Hinter mir

Mittwoch, 11. November 2009 | Autor: Bernd

Hinter mir ist Platz genug!

Was macht ihr mit dieser Aussage?

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Hören und Sehen

Montag, 9. November 2009 | Autor: Bernd

Wer Ohren hat, zu hören, findet rasch jemanden, der ihm was erzählt.
Wer eine Stimme hat, zu sprechen, muss jemanden suchen, der offene Ohren hat.

Deshalb fordert Jesus von Nazareth ja auch mit den Rabbis und Lehrern seiner Zeit:

Wer Ohren hat, zu hören, der höre!

Vielleicht ist diese Erfahrung, denn es ist eine Erfahrung, in diese Worte gekleidet, der Grund dafür, dass so viele Menschen dem Sprichwort glauben, welches behauptet, dass Schweigen Gold und Sprechen Silber bringe.
Wer aber getrieben ist, zu sprechen, zu senden und unter dem Mangel an Empfängern, an Hörern leidet, endet mitunter wie Schopenhauer mit dem Nichts, das alles Leiden endet oder wie Tucholsky im Schweigen:

Schweigen
Schreiben
Reden

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Wie stark Liebe ist …

Dienstag, 27. Oktober 2009 | Autor: Bernd

… merkt man erst, wenn man getrennt wird. Erst wenn keine Sicherheit mehr da ist, keine körperliche Nähe, keine Möglichkeit der Überwachung und Kontrolle, jede Menge akzeptabler Alternativen, wenn der Reiz der Jugend, des ersten Males nicht mehr alles überstrahlt, erst dann, spätestens dann spürst du das wirkliche Ziehen im Herzen, das wirkliche Begehren, die wirkliche Sehnsucht.

“Wenn sich zweie lieben sollen, braucht man sie nur zu scheiden …” bemerkt Oberon (Faust I, Vers 4243 ff. ) im ersten Teil von Faust zynisch, und natürlich hat er in einer gewissen Hinsicht recht.

Wenn Zweie wissen wollen, wie sehr sie sich lieben, brauchen sie nur versuchen, sich zu trennen. Dann spüren sie, wie fest die Bande sind und alle romantischen Sprüche werden wahr oder alles geht in die Brüche, was sowieso unverbunden war.

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Die Mauer ist nicht gefallen

Samstag, 10. Oktober 2009 | Autor: Bernd

Es ist interessant, die Wortwahl zu historischen Ereignissen über die Jahre zu vergleichen.

So: “Der Fall der (Berliner) Mauer 1989” der jetzt mit den zwanzigsten Jahrestag gefeiert wird.
Wer sagt das? Oft gerade diejenigen, welche am Wenigsten für die Zerstörung der Mauer getan haben und oft auch jetzt noch am meisten dafür tun, die Mauer aufrecht zu erhalten.

Ich bin der Meinung, das war damals kein Naturprozess, der den Menschen zugestossen ist, sondern eine aktive Tat und Entscheidung praktisch der gesamten Bevölkerung der DDR. Es ist dem Westen zugestossen, so wie es schon beim Bau der Mauer war.

Auch damals hatten die Adenauer’s und die Krenze vorher und währenddessen geschlafen und nichts bemerkt, aber dafür später mehr oder weniger erfolgreich versucht, ihren Profit aus der Existenz dieses Bauwerks zu schlagen, so wie die Enkel Adenauers aus seiner Zerstörung auch.

Der Bau wie die Zerstörung der (Berliner) Mauer war Menschenwerk, bewusstes massenhaftes Handeln, oft unter akuter Gefahr für Leib und Leben. Das Phänomen der “Mauerspechte” zeugt davon, wie wenig beherrschbar durch Einzelherrscher solche Prozesse sind. Wer diese deshalb aber jetzt zu einem Naturprozess umredet, gibt ironischer Weise den stalinistischen, vulgärmarxistischen Interpreten von Karl Marx recht, welche historische Bewegungen auf  naturgeschichtliche Prozesse reduzieren möchten und so Erdbeben, Pest, Kriege und Revolutionen auf die gleiche Stufe stellen.

Wir wissen, wer es liebt, vom Ausbruch von Kriegen zu reden und wer auf der anderen Seite vorzieht, Kriege als von Menschen angezettelt, vorbereitet und “vom Zaune gebrochen” zu bezeichnen.

Was hier nicht verstanden wird oder verstanden werden will, ist die Dialektik der ganzen Sache, in der sich über das freie Handeln von Menschen gesellschaftliche Prozesse auf naturgeschichtliche Weise durchsetzen. Dafür müsste man freilich Karl Marx lesen, statt ihn nur zu hassen und zu verdammen.

Als ich damals im Oktober 1989 von Studenten gefragt wurde, was ich von dieser Bewegung hielte, antwortete ich mit Nietzsche: “Ich misstraue Massenbewegungen …”

vgl. auch dieses Interview mit Egon Krenz und die Diskussion dazu

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