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Beiträge vom » Oktober, 2009 «

Wie stark Liebe ist …

Dienstag, 27. Oktober 2009 | Autor: Bernd

… merkt man erst, wenn man getrennt wird. Erst wenn keine Sicherheit mehr da ist, keine körperliche Nähe, keine Möglichkeit der Überwachung und Kontrolle, jede Menge akzeptabler Alternativen, wenn der Reiz der Jugend, des ersten Males nicht mehr alles überstrahlt, erst dann, spätestens dann spürst du das wirkliche Ziehen im Herzen, das wirkliche Begehren, die wirkliche Sehnsucht.

“Wenn sich zweie lieben sollen, braucht man sie nur zu scheiden …” bemerkt Oberon (Faust I, Vers 4243 ff. ) im ersten Teil von Faust zynisch, und natürlich hat er in einer gewissen Hinsicht recht.

Wenn Zweie wissen wollen, wie sehr sie sich lieben, brauchen sie nur versuchen, sich zu trennen. Dann spüren sie, wie fest die Bande sind und alle romantischen Sprüche werden wahr oder alles geht in die Brüche, was sowieso unverbunden war.

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Die Mauer ist nicht gefallen

Samstag, 10. Oktober 2009 | Autor: Bernd

Es ist interessant, die Wortwahl zu historischen Ereignissen über die Jahre zu vergleichen.

So: “Der Fall der (Berliner) Mauer 1989” der jetzt mit den zwanzigsten Jahrestag gefeiert wird.
Wer sagt das? Oft gerade diejenigen, welche am Wenigsten für die Zerstörung der Mauer getan haben und oft auch jetzt noch am meisten dafür tun, die Mauer aufrecht zu erhalten.

Ich bin der Meinung, das war damals kein Naturprozess, der den Menschen zugestossen ist, sondern eine aktive Tat und Entscheidung praktisch der gesamten Bevölkerung der DDR. Es ist dem Westen zugestossen, so wie es schon beim Bau der Mauer war.

Auch damals hatten die Adenauer’s und die Krenze vorher und währenddessen geschlafen und nichts bemerkt, aber dafür später mehr oder weniger erfolgreich versucht, ihren Profit aus der Existenz dieses Bauwerks zu schlagen, so wie die Enkel Adenauers aus seiner Zerstörung auch.

Der Bau wie die Zerstörung der (Berliner) Mauer war Menschenwerk, bewusstes massenhaftes Handeln, oft unter akuter Gefahr für Leib und Leben. Das Phänomen der “Mauerspechte” zeugt davon, wie wenig beherrschbar durch Einzelherrscher solche Prozesse sind. Wer diese deshalb aber jetzt zu einem Naturprozess umredet, gibt ironischer Weise den stalinistischen, vulgärmarxistischen Interpreten von Karl Marx recht, welche historische Bewegungen auf  naturgeschichtliche Prozesse reduzieren möchten und so Erdbeben, Pest, Kriege und Revolutionen auf die gleiche Stufe stellen.

Wir wissen, wer es liebt, vom Ausbruch von Kriegen zu reden und wer auf der anderen Seite vorzieht, Kriege als von Menschen angezettelt, vorbereitet und “vom Zaune gebrochen” zu bezeichnen.

Was hier nicht verstanden wird oder verstanden werden will, ist die Dialektik der ganzen Sache, in der sich über das freie Handeln von Menschen gesellschaftliche Prozesse auf naturgeschichtliche Weise durchsetzen. Dafür müsste man freilich Karl Marx lesen, statt ihn nur zu hassen und zu verdammen.

Als ich damals im Oktober 1989 von Studenten gefragt wurde, was ich von dieser Bewegung hielte, antwortete ich mit Nietzsche: “Ich misstraue Massenbewegungen …”

vgl. auch dieses Interview mit Egon Krenz und die Diskussion dazu

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Liebe ist

Samstag, 10. Oktober 2009 | Autor: Bernd

Liebe ist kein Weil sondern ein Trotzdem. Deswegen stösst sie auch zu. Wir sind nicht frei in der Liebe. Wir müssen damit einfach klarkommen.

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Kindern gehört die Welt

Samstag, 10. Oktober 2009 | Autor: Bernd

Den Kindern gehört die Welt, aber sie wissen es nicht.
Ihr Verhalten ist eines welches keine anderen Besitzer zuläßt, wohl aber andere Besitzer erleidet, weil es permanent und wesenseigen grenzüberschreitend ist.
Kinder erleben so die Welt als etwas, was bereits besetzt ist aber auf unerklärliche Weise Freiheiten bietet.
Diese Freiheiten entstehen durch die Nichtbeachtung durch Erwachsene und an Orten, welche von Erwachsenen nicht oder kaum beachtet werden, aber für Kinder Refugien sind. Für mich waren das Waldwiesen, Holzlager am Bahnhof, Heuschober, der Wald, Dachböden, Bäume – alles Welten ohne Beschränkungen.

Allein schon das Nennen dieser Welten ruft alle Erinnerungen wieder wach, Düfte, Geräusche, Lichter, als wäre es gestern gewesen.

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