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Beiträge vom » März, 2009 «

Philo-philosophie

Sonntag, 29. März 2009 | Autor: Bernd

Bin ich ein Philosoph?

Nun, ich habe Philosophie studiert, ich habe in so etwas wie Philosophie promoviert, ich lehre gelegentlich Philosophie. Ich liebe die Weisheit.

Aber ein Philosoph sein?

Korrekt werde ich mich in der Öffentlichkeit als einen Liebhaber von Philosophie bezeichnen, einen, der Spass an der Philosophie hat – philspass.

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Arroganz und Überheblichkeit der Philosophen

Sonntag, 29. März 2009 | Autor: Bernd

Eine meiner wichtigsten Erfahrungen beim Schreiben ist, dass falscher Respekt vor anderen Meinungen nicht hilft. Was im Alltag wichtig ist, die Fähigkeit zur kritiklosen Anerkennung des Existenzrechtes anderer Auffassungen, ist im wissenschaftlichen Alltag gefährlich. Hier ist an ALLEM zu zweifeln, alles in Frage zu stellen und jede(r) Andere als potentieller Dummkopf oder möglicherweise im Irrtum befangen, zu sehen.
So hat zum Beispiel Heidegger, der sich als Schüler von Husserl sieht, in seiner Einleitung zu den Grundproblemen der Phänomenologie Sätze geschrieben, die das grundsätzliche Husserlsche Herangehen in Frage stellen, sein Werk als grossen Fehler entdecken.

Einen Wissenschaftler ehren und respektieren heisst, sich auf seine oder ihre Schultern zu stellen, ihn zu treten, sich über ihn zu erheben, die Leiter wegzuwerfen (war ne gute Leiter, aber nun brauche ich mich nicht mehr leiten lassen!).

Respekt erweisen heisst in der Wissenschaft, diese Thesen als Leiter, als Schulter, als Stütz-punkt zu akzeptieren. Das heisst nämlich auch Vertrauen und Achtung. Kein Wunder dass Wittgenstein genau das in seinem berühmten Satz eingefordert hat!
Auf die Aussagen eines schleimigen, unklaren, unsicheren oder gar verlogenen Schreibers kann sich keiner stützen. Wir würden mit unserer Denkbasis zusammenbrechen.
Die Fundamente unserer Philosophien können nur mit den klaren Gedanken gebaut werden, den genialen Fehlern und Einseitigkeiten, den Irrtümern welche entstehen, wenn jemand konsequent den falschen Weg bis zum Ende geht und uns den falschen Weg weist und damit erspart. Einen Philosophen ehren, heisst, ihn kritisieren. ihn (oder sie) der Kritik würdig zu finden. Genau das war es, worunter Nietzsche so gelitten hat: Dass zu seinen Lebzeiten kaum ein grosser Denker existierte, der ihn kritisiert hat, nur eine Frau, die das konnte, Lou …
Daher vielleicht sein Misstrauen und seine Abneigung gegenüber den anderen Frauen …

Hegel sagt auch, dass die Philosophie nichts für den Pöbel ist, ihrer Natur nach etwas Esoterisches (“Über das Wesen der philosophischen Kritik überhaupt”) und Heidegger ergänzt: “Die Ansprüche und Maßstäbe des gesunden Menschenverstandes dürfen keine Geltung beanspruchen und keine Instanz darstellen bezüglich dessen, was Philosophie ist und was sie nicht ist.” (Grundprobleme der Phänomenologie. Klostermann. 1975 S. 19)

Das dürften einige der Gründe sein, weshalb Philosophen oft als überheblich, respektlos und arrogant bezeichnet werden.

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Vorgesetzte und Lebensgestaltung

Freitag, 20. März 2009 | Autor: Bernd

Wenn die Menschen über ihr vergangenes, gegenwärtiges oder zukünftiges Leben sprechen, sprechen sie, so erlebe ich es jedenfalls, meistens in einer passiven Form.
Leben ist etwas, was ihnen zustösst. Das Hauptmoment ist das Ereignis. Die Aktivität in ihrer Lebensgestaltung kommt von aussen, von anderen Menschen. Ihre Vergangenheit wurde von Eltern, Lehrern, MitschülerInnen und jeweils bösen oder guten Menschen gestaltet.
In ihrer Gegenwart sind sie wieder Menschen ausgesetzt und ihre Zukunft ist von mehr oder weniger schlechten Vorzeichen überschattet in denen mehr oder weniger gute Menschen versuchen werden ihnen ihr Leben zu verderben. Und so sehen dann auch ihre Diskussionen aus. Manchmal glaube ich, dass Vorgesetzte erfunden wurden, um diesen unbestimmten Gestaltern unseres Lebens ein Gesicht zu geben.
Die Macht des Opfers zeigt sich in der Beständigkeit dieser Art über sein Leben nachzudenken oder sein Leben vorzudenken.
Wer Andere hat, die er verantwortlich machen kann für das eigene miese Leben, scheint sich sicherer zu fühlen, als wer sich selbst für seine Lebensgestaltung verantwortlich fühlt.

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Seinszuweisungen und Meinungen

Mittwoch, 18. März 2009 | Autor: Bernd

Vergleiche:

“Du  siehst gut aus!”

“Ich finde, dass du gut aussiehst!”

Wie so oft finden wir im Alltag die philosophischsten Fragen. Was sind die Unterschiede zwischen diesen beiden Aussagen? Erst mal, dass wir die erste viel öfter finden als die zweite. Zum Anderen, dass die erste eine Seinszuweisung ist und die zweite eine Meinung.

Sehr oft werden Meinungen als Seinszuweisungen ausgesprochen.

Ein Kollege gab seinen Studenten die Aufgabe, eine Zeitung zu durchforsten und Meinungen und Informationen mit verschiedenen Farben zu kennzeichnen. Die Studenten waren bass erstaunt, als sie feststellten, dass die Zeitung fast ausschliesslich Meinungen und nur sehr wenig Informationen enthielt.

Warum aber tun wir das? Warum sprechen wir unsere Meinung so gerne als Seinszuweisung (ontologischen Satz) aus und warum lesen und hören wir offenbar so gerne Meinungen in den Medien, wie wir an den Umsatzzahlen der Medien oder an den Einschaltquoten von Big Brother Sendungen sehen können?

Nun, ich nehme an, dass eine Seinszuweisung den Menschen mehr Schutz bietet und ihre Meinung unangreifbarer macht.

Wenn man, also die ganze Welt, weiss (Wie jeder weiss …, bekanntlich …), ist man mit seiner Meinung nicht alleine und wer wird sich wagen, gegen die Allgemeinheit zu argumentieren?

Natürlich macht eine solche Aussage auch unsicher, dashalb suchen wir in den Medien Spiegel, Ausweise unserer Auffassungen (siehst du? Sie schreiben das sogar in der Zeitung! Also muss es wahr sein![vgl auch Terry Pratchett: The Truth]). Die Zeitungen mit den grossen Buchstaben sind nicht deshalb so begehrt, weil sie so informativ sind oder gar weil sie die Wahrheit sagen, sondern weil sie die Meinungen der grösseren Anzahl der Leser bestätigen. Diese Blätter wie auch das Fernsehen sind keine Meinungsmacher, sondern Meinungsbestätiger, Spiegel. Sie zeigen den Leuten nichts anderes als sich selbst, besser das geschminkte Gesicht, dass die Menschen von sich selbst im Spiegel sehen möchten.

Alle Versuche, diesen Medien Unwahrhaftigkeit oder Meinungsmache vorzuwerfen, sind daher zum Scheitern verurteilt.

Das ist so ;-)

Deswegen versuche ich auch so opinionated zu sein, ein Wort das seltsamerweise “selbstherrlich, rechthaberisch” bedeutet. Auch hier finden wir eine Ironie der Alltagsphilosophie: Derjenige, welcher eine Meinung ausdrückt und verteidigt, ist rechthaberisch oder gar selbstherrlich, derjenige, welcher seine Meinung als Allgemeinaussage verkleidet, als universale Aussage, wird geachtet oder gefürchtet.

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Problems

Donnerstag, 5. März 2009 | Autor: Bernd

Problems are solutions in disguise!

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Probleme

Donnerstag, 5. März 2009 | Autor: Bernd

Probleme sind verkleidete Lösungen

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