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Beiträge vom » Februar, 2009 «

Meinungen und Fakten

Montag, 16. Februar 2009 | Autor: Bernd

Auf meiner Reise nach Indien sagte eine sehr kluge Frau zu mir: “You are very opinionated”, also etwa: du hast zu allem eine feste Meinung.
Ich dachte darüber nach. Mein ganzes Leben lang habe ich die Erfahrung gemacht, dass nur eine kleine Anzahl von Personen auf eine Meinung mit einer fundierten Diskussion antworteten, die weitaus grössere Zahl aber mit Ausweichen oder gar Hass reagierte. Vielleicht war es ja auch ich selbst, der zu sehr auf einer Meinung beharrte, vielleicht sollte ich eher nachgeben, dachte ich, vielleicht sollte ich gar nicht erst eine Meinung äussern um nicht in Gefahr zu geraten?

Nun glaube ich die Ursache dieses für mich befremdlichen Verhaltens zu wissen: Für mich ist, so hoffe ich, eine Meinung der Startpunkt für Denken, mein Nach-denken ist in der Regel ein Denken-Nach-einer-Meinung, sei es meine eigene oder die Meinung eines anderen Menschen. Für viele Menschen aber ist eine Meinung der Endpunkt ihres Denkens, bei dem sie zu glauben beginnen. Wenn sie sich ihre eigene Mein-ung gebildet haben (durch Bildung, wie durch die Aneigung), beginnen sie diese Meinung (wie einen Besitz) so lange zu verteidigen, bis sie sie für eine Wahrheit halten. Diese Verteidigung ist dogmatisch, also gedankenlos, ohne Weiterentwicklung.

Genau das geschieht mit Religionen und Ideologien. Alle grossen Religionsstifter oder Ideologiebegründer wie auch Karl Marx hatten versucht, mit ihren Meinungen Denken anzustiften, aber alle grossen Religionen und Ideologien wurden, sobald sie sich mit Macht verbanden, dogmatisch. Das ist soweit auch notwendig, weil Macht feste Regeln benötigt.

Aber Wissenschaft ist das nicht mehr, es ist Politik. Deshalb ist Wissenschaft zwar machtbegründend, nicht aber machterhaltend. Machterhaltung ist immer mit Glauben und Vertrauen verbunden, Wissenschaft immer mit Zweifel und Kritik.

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opinions and facts

Montag, 16. Februar 2009 | Autor: Bernd

A very bright and beautiful woman told me on my trip to India, that I am very “opinionated”. I thought about that: Is this good or bad?
I wondered often why only a few people started to discuss with me every time I gave an opinion but many people started to hate or avoid me.
Now I know. Opinions are for me the starting point of thinking. For most people I have met in my life, opinions were the stopping point of thinking. And if my viewpoint was not the same as their viewpoint – they got angry.
This, so it seems to me, is one of the problems of the world.

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Anders-Wo-Sein

Freitag, 6. Februar 2009 | Autor: Bernd

“Fühlst du dich fremd in der Fremde?”, fragen sie.
Nein ich fühle mich überall wie zu Hause, als wenn ich nie woanders gewesen wäre. Das Anderssein benötigt kein Woanders. Das Im-Ander-Sein ist überall das Gleiche. Am schönsten ist ein Mit-Ein-Ander-Sein. Und dieses kann wiederum überall seine Statt finden

Nur zu Hause fühle ich mich manchmal fremd. Vor dem Spiegel. Den da, im Spiegel kenne ich kaum.

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