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Beiträge vom » Januar, 2009 «

Geheimnis und Nichtstun

Mittwoch, 21. Januar 2009 | Autor: Bernd

Das Nichtstun und das Geheimnis sehen nach ihrer Oberfläche gleich aus. Oft erweist es sich, dass sich hinter Türen, die mit grossem Aufwand und unter grossen Opfern eingerannt werden, nichts befindet.
Es ist eine Kunst unter Angestellten und Vorgesetzten, unter Regierungen und unter Geschäftsleuten, den Schein eines Tuns oder ein Geheimnis zu wahren.
Das geschieht so lange, bis das Geheimnis und die Scheinproduktion das Wesen der Tätigkeit ausfüllen. Das nennt man dann Bürokratie oder innere Sicherheit und wird selbst wieder anstrengend.
Natürlich stellt sich die Frage, ob nicht mit derselben Anstrengung einfach nur wirklich gearbeitet werden könnte und Nützliches geschaffen? Und das ist eine Frage nach der Kompetenz (Wollen, Können, Dürfen) …
Deswegen ist auch der Witz mit dem Beamtenmikado (Wer sich als erster bewegt, hat verloren) falsch. Beamte bewegen sich IMMER, sie verändern nur nicht immer was.
Das muss nicht schlecht sein, weil wer nichts tut, riskiert auch weniger, etwas falsch zu machen.
(Beim Lesen von Luhmann/ Fuchs)

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Reden und Schweigen

Samstag, 17. Januar 2009 | Autor: Bernd

Schweigen als kommunizierte Kommunikationsverweigerung und Reden als kommunizierte Kommunikationsverweigerung sind funktional äquivalent.

(Luhmann, Fuchs: Reden und Schweigen. Suhrkamp 1989. S. 63)

Ich frage mich, ob Luhmann und Fuchs bei der Besprechung des ZEN nicht zufällig oder absichtlich einen wesentlichen Satz über einiges “wissenschaftliches” Schreiben gefunden haben. Wie oft liest sich Wissenschaft oder auch Dichten als Schreiben, welches nicht auf das Lesen angelegt ist, also gar keinen Kommunikationsaspekt hat. Was ist aber mit solchen Texten, welche in ihrem Ursprung gar nicht der Kommunikation dienten?
Sie sind Natur, wie Blumen und Tiere und Berge – auch diese ist nicht auf den Kommunikationsaspekt angelegt. Sie sind nicht “weil” oder “um”. Sie sind einfach. Solche Texte sind auch Kafkas Geschichten, private Tagebücher, bestimmte Gedichte.
Für uns können sie etwas werden, sofern wir lernen auf sie “hinzuhören”, uns diesen Texten auszusetzen, bereit und offen zu sein etwas herauszufinden ohne etwas hineinzulegen.

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Sie wollen nur unser Bestes

Samstag, 17. Januar 2009 | Autor: Bernd

Attac zur Finanzmarktkrise:

Aber was ist schon Geld…

Es ist schon bezeichnend, dass über genau diese wenigen Sätze in der Öffentlichkeit  der Presse NICHT gesprochen wird.

Die so genannte Finanzmarktkrise ist ein Zeichen dafür, dass das Flussmittel, das Blut der Wirtschaft nur eine Rechengrösse oder schlimmstenfalls ein Fetisch ist und keinesfalls irgend etwas mit dem wirklichen Wert von Dingen, Sachverhalten oder Leistungen zu tun hat. In welcher Proportion Geldmengen Werte repräsentieren ist äusserst relativ. Es gibt keine Finanzmarktkrise, sondern nur einen nicht mehr zu vertuschenden Beleg dafür, dass Banken und Finanzmakler und so weiter schlicht inkompetent sind. Deswegen tragen sie ja auch Krawatten. Businesskleidung heisst wahrscheinlich: “Ich bin genauso inkompetent wie du, lasst uns zusammen betrügen arbeiten”.

Alles wirklich Gute in der Welt ist sowieso nicht mit Geld zu bezahlen.

Das ist eine Redensart, aber jede/r kann ja mal selbst nachprüfen, wofür er oder sie in der letzten Zeit Geld ausgegeben oder bekommen hat, und was davon wirklich gut war.

Also, sie bekommen nicht unser Bestes, sie bekommen nur unser Geld, obwohl sie damit nicht umgehen können.

Aber auch der “grösste Ökonom” der Weltgeschichte, Karl Marx, konnte bekanntlich mit Geld nicht umgehen.

Warum wir aber den Banken vertrauen? Vertrauen wir ihnen oder werden wir gezwungen, unsere Geldgeschäfte über sie abzuwickeln, so wie viele Unternehmen gezwungen werden, Steuerberater zu beschäftigen, obwohl meine Erfahrung zeigt, dass diese in der Mehrzahl inkompetent und mitunter gar betrügerisch sind? Haben wir denn eine freie Wahl zwischen Alternativen? Auch die Dame im Film unterschreibt schliesslich, obwohl sie sieht dass die “Banker” ihre Hosen längst runter gelassen haben.

Wer jetzt glaubt, das das etwas mit der Herrschaft des Finanzkapitals zu tun hat, ja aber ihr habt ja selbst ein Gehirn zum Denken …

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Wunder und Rätsel

Montag, 12. Januar 2009 | Autor: Bernd

“Alle neuen Entdeckungen der Technik sind, was vorher Wunder waren” und
“Was mir selbstverständlich erscheint, ist für jede/n andere/n oft ein Rätsel.”
Diese beiden Sätze beschreiben Grundgesetze menschlichen Verhaltens, der eine zur Technologie und der andere zur Pädagogik.

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Fehlender Referenzindex

Mittwoch, 7. Januar 2009 | Autor: Bernd

Wittgenstein, der sonst für mich ganz verständlich schreibt, schreibt im Abschnitt 6 des “Tractatus logico-philosophicus”:

Die allgemeine Form der Wahrheitsfunktion ist: [p, ξ, N(ξ)].
Dies ist die allgemeine Form des Satzes. (vgl. hier)

Hier ist ein Punkt, wo mein Verständnis aufhört. Warum? Ich weiss nicht was p, ξ und N in der Formelsprache Wittgensteins bedeuten.

Mir fehlen hier die Referenzindizes. Was das schon wieder ist? Schaut hier. Immer noch keine Ahnung? Ist doch mal wieder typisch, dass die “wissenschaftliche” Erklärung eines Begriffes noch mehr fehlende Referenzindizes enthält, als der Begriff, über den wir nichts wissen.

Das Geheimnis ist die Antwort auf die Fragen:

  • Worüber wird eigentlich gesprochen?
  • Welche Worte, welche Sprache, wird verwendet?
  • Wird mir geholfen, diese Sprache zu lernen?
  • Warum nicht?

Wenn wir etwas hören oder lesen, für das uns der Referenzindex fehlt, von dem wir also nicht wissen, was es bedeutet (wohin der Zeiger, der Index zeigt, deutet) entsteht ein Loch in unserer Wahrnehmung, wir merken, dass da etwas nicht ist. Da unsere Natur einen Horror vacui (Angst vor der Leere) hat, entsteht das Bedürfnis, das Begehren, dieses Loch zu füllen.

Zum Umgang mit dieser Leere gibt es drei Wege:

  1. PAL - ich mache es zum Problem Anderer Leute, indem ich die nerve oder davon ausgehe, dass mich dieses mein Unwissen nichts angeht. Das erzeugt aber in mir ein unterbewusstes Mangelbewusstsein welches wiederum dazu führt, dass ich den Wissenden verachten, herabwürdigen und/ oder fürchten muss.
  2. Ich begebe mich in einen hypnotischen Zustand und bin geöffnet, bereit, jede beliebige Erklärung zu akzeptieren ohne weiter nachzufragen. Das ist der religiöse oder mystische Weg.
  3. Ich beginne die Referenzen zu suchen, das heisst, das Verständnis des Textes durch das Auffinden der Bedeutungen, der Meinungen, der Kontexte zu erlangen. Das ist der wissenschaftliche Weg.

Variante 1 ist die Alltagsvariante, weil sie mir erspart zu forschen und ermöglicht, mich über andere zu erheben.

Variante 2 ist eine Technik, welche in der Psychotherapie und in der Pädagogik angewandt wird um die Kunden und Schüler/-innen aufnahmebereit für meine Aussagen zu machen.

Variante 3 ist am anstrengendsten, führt aber auch am weitesten. Deshalb wird sie von den wenigsten Menschen gewählt.  Bei Wittgenstein, der ein wahrer Wissenschaftler ist, werden diese Zeichen in den vorhergehenden Abschnitten (4) erklärt. Aber auch hier benötige ich Referenzen aus der zu seiner Zeit üblichen Formelsprache in der Logik. Ich erfahre von einem Herrn namens Frege, der unrecht gehabt haben soll u.s.w., kurz, ich muss mich auf eine Reise begeben, die anstrengend ist und die Gefahr in sich birgt, dass ich etwas lerne und damit meinen Bereich des Unwissens ausdehne.

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Die Routine und das Ereignis

Dienstag, 6. Januar 2009 | Autor: Bernd

Wenn du morgens mit Kopfschmerzen aufwachst, merkst du auf welch dünnem Eis dein tägliches Wohlbefinden steht.
Das Ereignis durchbricht die Routine, setzt in dir die Sehnsucht nach dem eben noch verachteten Immer-Wieder frei.
Das Ereignis ist die Bedingung der Freiheit.

Die Freiheit ist die Reaktion auf das Ereignis, nicht der Ausbruch aus der Routine weil die Routine keine Entscheidung von dir verlangt, wohl aber das unbekannte Ereignis. Da das Ereignis als Nicht-Routine als Produkt eines fremden Willens erscheint, ist der eigene freie Wille eine Reaktion auf die Freiheit Anderer.

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Surprising Dialog

Donnerstag, 1. Januar 2009 | Autor: Bernd

“You can work for me. I pay well!”
“No, Thank you. I don’t kill for money, even if it’s only myself!”

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