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Beiträge vom » Juli, 2008 «

Dubai

Samstag, 26. Juli 2008 | Autor: Bernd

Da ist eine Stadt, deren Ideen nur gekauft sind, die nur anbietet, was Andere produziert haben. Nichts Neues in einer riesigen Stadt. Von allem das Höchste, das Weiteste, das Dickste und das Längste. Der Handel ist ein Engel ohne Geist. Nichts Kreatives, nichts Eigenes. Wer alles kaufen kann, hat nichts was ihm gehört

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Mode

Samstag, 26. Juli 2008 | Autor: Bernd

Mode heisst: Das was üblich, gebräuchlich ist. Modisch sein heisst: So wie Andere sein. Nur wer wie Andere ist, wird von den Anderen akzeptiert, weil keine Gefahr vom Gleichen auszugehen scheint. Nur wer akzeptiert wird ist bereit, zu dienen. Nur wer dient, ver-dient Geld.

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Freiheit vs. Willkür

Samstag, 26. Juli 2008 | Autor: Bernd

Die Grenze der Freiheit ist nicht die Notwendigkeit, sondern die Willkür! (Toth nach Spinoza)

Weil jegliche Freiheit des Willens nur beschnitten werden kann durch andere Freie Willen, welche mich daran hindern zu dürfen oder zu können ist der Freiheitsgrad ein Ergebnis des Aushaltens, der Toleranz oder der Verhandlung, niemals aber des Durchsetzens.

Freiheit scheint so nur als vollständig passiv diskutierbar zu sein. Das heisst nicht, dass es zur Durchsetzung der Freiheit nicht der Aktion des Willens bedarf. Nur, diese Aktion selbst ist nicht frei sondern notwendig. Die Not zu wenden ist ein unabweisbarer Akt, zu dem ich im Interesse meiner Freiheit verurteilt bin. Ich begebe mich in Abhängigkeit von einer definierten Notwendigkeit um die Freiheit zu erlangen. Ist die Freiheit jedoch erlangt muss ich die Notwendigkeit abstreifen, das meint, jegliches Wollen durch Hingabe an die Natur der Sache ersetzen.

Das Gegenteil der ehernen Notwendigkeit ist die Freiheit des Wassers, das die Schärfe einer Schneide nie spüren kann, weil eine Schneide für das Wasser nicht existiert, das sich einfügt in eine Kontur wie der sanfte Atem eines Pferdes sich einfügt in meinen Atem.

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Die Nähe der Tiere zu Gott

Donnerstag, 24. Juli 2008 | Autor: Bernd

Wer wirklich glaubt, dass Tiere nur Reflexe hätten, eine Art von biologischen Maschinen wären, hat nie eine innige Begegnung mit Tieren gehabt. Die furchtsame Hingabe unserer Pferde, ihr Vertrauen, der schmiegsame Hochmut von Kater und die Liebe dieses Löwen, ich wünschte mir, dass die Menschen etwas tierischer wären. Ich habe sowieso Schwierigkeiten mit dem Wort “unmenschlich”. Das was unmenschliche Menschen machen ist nicht tierisch oder viehisch, es ist eher Teuflisch, Ghoulisch, also eine Seite (die “Böse”) des Menschen selbst. Nur Menschen können gut und böse sein. Tiere sind, was sie sind. Und damit haben sie den gleichen Namen wie Gott: Ich bin der ich bin. Kein Wunder, dass die ersten Götter der Menschen Tiere waren.

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Todsünden

Donnerstag, 24. Juli 2008 | Autor: Bernd

Natürlich (in der Natur von Menschen liegend) gibt es Idioten (die sich nur um ihre Privatangelegenheiten kümmern, denen das Leben der Anderen gleichgültig ist), Dumme (die nichts sehen, deren Gedanken dumpf, vernebelt sind), Blöde (die sich nicht entscheiden können und ihre Chancen nicht wahrnehmen), Doofe (die nicht hören können und tun was sie nicht sollten, trotzdem sie gewarnt wurden), Gemeine (welche sich nur mit der Masse der Menschen gemeinsam gegen Einzelne sicher fühlen), Hinterfotzige (die verborgen in ihren Taschen die schlimmsten Dinge tragen und tun, nach außen aber nett sind), Scheinheilige (die die Hinterfotzigkeit zum Prinzip erhoben haben, indem sie von Anderen fordern, was sie selbst nicht zu leisten im Stande sind), Hochmütige (deren Bewußtsein eigener Minderwertigkeit dazu führt, ein Gemüt zu anderen Menschen oder Göttern zu entwickeln, welches sie über jene hinwegsehen läßt), fatalistische Zerstörte (die sich in ihrem Unheilbarsein, ihrer Krankheit sielen und hoffen oder gar dafür sorgen, dass es auch Anderen nicht besser geht), Arrogante (die Distanz schaffen durch ihr Verhalten, weil diese Distanz ihnen nicht angeboren ist).
Natürlich gibt es das.
Die Aufgabe des Pädagogen aber ist, trotzdem er das weiss und erfahren hat, zunächst auf das gute Potential in den Menschen zu sehen, besonders. wenn es sich um seine Schüler handelt. Aufgeben kann er immer noch. Wer aber aufgibt, ohne es probiert zu haben, ist feige, also kein Pädagoge, nicht zur Führung von z. B. Knaben berechtigt.

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Lehrers Kinder, Pfarrers Vieh

Dienstag, 15. Juli 2008 | Autor: Bernd

Wie sehr darf ein Fachmann auf seinem Gebiet fehlen? Diese Frage zielt nicht nur auf die Anerkennung oder Aberkennung von Kompetenz, sondern auch auf die Anerkennung und Aberkennung des Rechtes, etwas anders als erwartet oder gar falsch zu machen.

Den Lehrern guckt man genauer auf die Kinder, dem Pfarrer genauer auf das Vieh: Wenn der nicht einmal seine Kinder erziehen kann, wie soll er dann meine Kinder erziehen? Wenn der mit der Hilfe Gottes kein gesundes und fettes Vieh hinkriegt, wie soll er denn mir für mein Vieh Gottes Segen erwirken?

Die Topoi der Sprache sind dazu: “Das hätte ich von dem (dir) nicht erwartet!” “Die kochen auch nur mit Wasser!” “Wie konntest du nur!”.

Das wirkliche Problem liegt, wie so oft, in der Technik unausgesprochener Prämissen, die natürlich in der Regel erst nach dem zu kritisierenden Akt, also erst nach dem Sündenfall formuliert werden.

Das Verbot, den Apfel zu essen, wird also erst formuliert, nachdem der Apfel genommen wurde, und dann rückdatiert. Schliesslich muss der Sündenfall auch wirklich passieren, sonst wäre die Kritik eine Lüge oder grundlose Unterstellung.

Vom Lehrer z. B. wird deshalb angenommen, dass seine Erziehung vollkommen ist, damit ihm bei der ersten Spur der Unvollkommenheit durch einen Falsifizierungsschritt Unfähigkeit vorgeworfen werden kann. Die Auszahlung ist gleich mehrfach:

  1. Ich kann mich am Lehrer für seine Übermacht im Unterricht rächen,
  2. Ich kann meinen eigenen Unfähigkeiten gegenüber nachsichtig sein: “Wenn es nicht mal der Lehrer kann …”
  3. Ich habe die Genugtuung, den Vorschlägen der Lehrer nicht folgen zu müssen – ich behalte die Entscheidungsmacht bei mir.
  4. Ich habe den Genuss, Ansprüche stellen zu können ohne diese selbst je erfüllen zu müssen.
  5. Ich genieße die Schadenfreude doppelt, einmal überhaupt und zum zweiten nach “oben”
Die Technik die hinter diesem Verhalten steht, ist die von mir so genannte Popanztechnik:

Person A definiert das Verhalten von Person B (oder von der Personenklasse B) unabhängig von objektiven Kriterien, vorwiegend nach seiner Meinung in ein Idealbild, dessen Geltung der Person B unterstellt wird. Das ist der Popanz. Dieses Idealbild, welches in Wirklichkeit das Idealbild von A ist, wird als Idealbild von B behandelt. Dann wird das Idealbild falsifiziert und B als nicht “seinem” Ideal entsprechend abgeschossen.

A steht als unabhängiger, objektiver Kritiker mit dem Recht auf seine Meinung und B als begossener Pudel da.

Dieses Spiel ist weiter verbreitet als möglicherweise sichtbar ist. Journalisten, vor allem die Sparte Enthüllungsjournalisten der Yellow Press nutzen Moralvorstellungen, die sie als allgemeingültig ausgeben und deren Nichterfüllung ihren Opfern vorwerfen. Ein unendliches Geschäft, weil es die Massen, die selbst alles andere als moralisch handeln, hinter sich hat. Angestellte gegen ihre Vorgesetzten, das Volk gegen seine Politiker, die Hausfrau gegen Prinzessin Sowieso, die Schüler gegen ihre Lehrer, die Professionen gegen einander – das Spiel durchzieht alle Schichten.

Aber auch im kleinen (Kollegen-)kreis wird das Spiel gerne gespielt. Entgehen kann man diesem Spiel nur durch hemmungslose Offenheit, zynische Bemerkungen (Was kümmert mich mein Geschwätz von gestern – Adenauer zugeordnet) oder ebenso hemmungslosen Verzicht auf jegliche Moral, wie es uns vor kurzem Paris Hilton und Britney Spears vormachten.

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