Dummheit
Montag, 24. Dezember 2007 | Autor: Bernd
Dummheit kommt von Dampf, dumm ist einer, der nicht durchsieht, alles wie durch Nebel sieht, dumpf ist.
Thema: Definitionen, Randbemerkungen | Beitrag kommentieren
Montag, 24. Dezember 2007 | Autor: Bernd
Dummheit kommt von Dampf, dumm ist einer, der nicht durchsieht, alles wie durch Nebel sieht, dumpf ist.
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Montag, 24. Dezember 2007 | Autor: Bernd
Blödigkeit heisst Schwäche, Scheu, Schüchternheit, wird oft angewandt um ein Verhalten zu bezeichnen, bei dem eine Chance nicht wahrgenommen wird.
Thema: Definitionen, Randbemerkungen | Ein Kommentar
Montag, 24. Dezember 2007 | Autor: Bernd
Zu DDR-Zeiten war eine gängige Diskussion nicht nur in der Philosophie die Diskussion zum Thema: “Wissenschaftlichkeit und Parteilichkeit”. Durch unter anderem stalinistische Einmischung wurde diese Diskussion sogar auf dem Gebiet der Genetik geführt.
Die gängige These “der Partei” (und das meint in der komplexen Wirklichkeit der DDR – einiger mächtiger Ideologen in der SED) war: “Wer parteilich ist, ist automatisch wissenschaftlich”.
Auch wenn ich in der öffentlichen Diskussion keine Rolle gespielt habe (zu blöde, zu faul
) war doch meine These: “Wer wissenschaftlich ist, ist automatisch parteilich (… für die richtige Sache).“
Jetzt würde ich wohl, gefragt, sagen “Wer IST, ist parteilich, wessen Partei unterstützt wird, hängt von der Weise des Seins und von der Deutlichkeit der Aussage ab.”
In der Diskussion um die Rolle von Kunst in der Gesellschaft finden wir diese Diskussion wieder unter dem Aspekt: Kunst und Politik. Hier ist die gängige Aussage ein Zitat nach Friedrich Wolf: “Kunst ist Waffe” für das zur Zeit sogar eine Werbeträgerfirma bemüht wird. Doch was steht da eigentlich?
Der Unterschied zwischen den stalinistischen und den möchtegern “unparteiischen” TeilnehmerInnen an der Diskussion ist nur durch genaues Hinsehen zu finden.
So:
Oder so:
Oder so?:
Der Unterschied besteht zwischen den Sätzen:
Das haben auch die Bandmitglieder von “Wir sind Helden” gemerkt, als ihr Lied “Gekommen um zu bleiben” von Nazis auf Demos gespielt wurde. Das gilt natürlich auch für die Philosophie. Der Missbrauch von Aussagen des grossen Humanisten Nietzsche (bis zu seinen Gedanken haben sie es nicht gewagt) durch die Nationalsozialisten war durch ihn ebensowenig vorhersehbar, wie ein Hersteller von Damenpumps vorhersehen kann, dass mit diesen einigen Männern der Kopf eingeschlagen werden kann.
Thema: Essays | Ein Kommentar
Samstag, 8. Dezember 2007 | Autor: Bernd
Der Zusammenhang der Philosophie und der Philosophinnen und Philosophen zu politischen, moralischen oder anderen interessegeleiteten Verhaltenssteuerungen, wie sie in der Regel als “praktische Philosophie” bearbeitet und gelehrt wird, gehört zu den schmerzhaftesten Angriffspunkten denen sich die Philosophie auszusetzen hat. Nietzsche, dessen Genie dazu führte, selbst in seinen Scherzen oder in seinen Schmerzen (wie seinen “Krankheiten”) philosophisch weitreichend zu wirken (ähnlich wie es Liebermann über Degas sagte: “Der könnte auch in den Schnee pinkeln und es würde ein Kunstwerk daraus …” ), zeigt diesen Zusammenhang in diesem von ihm selbst arrangierten Foto, das ihn mit seinem Freund Paul Rée und ihrer gemeinsamen Angebeteten Lou Andreas-Salome zeigt, einer der wohl zu dieser Zeit (Anfang Mai 1882) interessantesten Frauen der Welt:
Was allemal auf den Philosophen wartet, ist bestenfalls die Peitsche, schlimmstenfalls die (mitunter verächtliche) Ablehnung oder Zurückweisung.
Natürlich haben Philosophen und Philosophinnen Bedürfnisse: sie müssen essen, wohnen, sich kleiden, brauchen sexuelle Befriedigung u.s.f., insofern sind sie unfrei in ihren Entscheidungen, hängen von anderen Menschen oder von Umweltbedingungen ab.
So müssen sie sich auch immer wieder nach dem Nutzen ihrer Tätigkeit fragen lassen. Nur für nützliche Tätigkeit gibt es von deren Nutznießern mitunter einen Gegenwert.
Die Erfindung der “praktischen Philosophie” mithin, so weit ich es verstanden zu haben glaube – die “wissenschaftliche Begründung” der Moral und des gesellschaftlichen Handelns (des Handelns gegenüber anderen Menschen) – ist ein solches Angebot an eventuelle Nutznießer auf dem Markt der Empfehlungen und Begründungen (post festum) für menschliches Verhalten.
Meines Erachtens aber ist diese Interessen begründende oder Interessen modifizierende Tätigkeit selbst keine philosophische Tätigkeit mehr. Sie geht über die philosophische Tätigkeit hinaus in einen Bereich, in dem sich auch die Physik oder die Mathematik tummelt.
Kein Wunder, dass auch Kant, als er an diesem Punkt angekommen ist, ähnlich wie für die Mathematik notwendig – Axiome (das Moralgesetz in mir) und daraus abgeleitete Postulate (Unsterblichkeit, Freiheit, Gott) – bestimmen muss und damit das Feld der Philosophie verlässt.
Dieser Fall kann abwertend als Verrat an der Philosophie oder als Rücksicht auf das Volk als die Nutznießer der Philosophie betrachtet werden, so wie es Heine scherzhaft darstellt: Nachdem Kant alle Götter habe blutig über die Klinge springen lassen habe ihm sein Diener Lampe leid getan. „Der alte Lampe muss einen Gott haben, sonst kann der arme Mensch nicht glücklich sein – der Mensch soll aber auf der Welt glücklich sein – das sagt die praktische Vernunft – meinetwegen – so mag auch die praktische Vernunft die Existenz Gottes verbürgen.“
Die Frage ist: “Soll oder darf Philosophie überhaupt praktisch werden?”
Ist es richtig (was heisst das wieder?) wenn die Philosophie in den Dienst bestimmter Interessengruppen tritt, sei es aus historischer Moral heraus für die Arbeiterklasse wie beim Marxismus-Leninismus oder sei es aus dem bloßen Hunger heraus für das Kapital – vertreten durch deren Agenten, die Kapitalisten oder sei es aus Angst heraus gegenüber für die jeweiligen Herrschenden?
Ich denke, dass sich Philosophie im Dienste von wem auch immer nur blamieren kann, so wie sie es in ihrer Geschichte auch immer getan und erlebt hat. Das hält jedoch die einzelnen Philosophen nicht davon ab, neben ihrer nützlichen Tätigkeit dem Entwicklungsprozess des philosophischen Denkens ihren Teil hinzuzufügen. Wichtig scheint es mir, zu unterscheiden zwischen diesen beiden Ergebnissen oder wenn man kann, zwischen diesen Tätigkeiten zu trennen.
Am gefährdetsten sind die “akademischen Philosophen”, also Leute, die für ihre Tätigkeit vom jeweiligen Staat bezahlt werden. Sie verlieren ihre Stelle sofort, sobald ihre Aussagen die Grundlagen des Staates in Frage stellen, der sie bezahlt.
Bei Hegel zum Beispiel heisst das, zu unterscheiden zwischen seinen gigantischen Denkergebnissen bei der Beschreibung der Dialektik und seinen schäbigen Denkversuchen bei der Begründung der damals bestehenden Herrschaftsverhältnisse und der Erhaltung seiner eigenen Existenz (für die er sich dem Spott Schopenhauers und Nietzsches aussetzen musste, die selbst ihre Existenz als Rentiers, also von ihren Vermögen zahlten).
Spinoza, einer der mir liebsten Philosophen der Neuzeit, ernährte sich vom Linsenschleifen, das einzelne Menschen sehend machte, seine Philosophie, die die ganze Menscheit sehend machte, brachte ihm nichts ein, wurde nicht einmal zu seinen Lebzeiten vollständig veröffentlicht.
Es ist gut, wenn der Philosoph für seine Tätigkeit auf nichts Rücksicht nehmen, vor nichts Angst haben muss. Den ganzen Philosophen wegzuwerfen oder zu verurteilen wegen des für ihn nützlichen aber unphilosophischen Teiles seiner Arbeit ist ebenso unsinnig, wie das Kind mit dem Bade auszuschütten, aber wer tut das schon …
Thema: Essays | 2 Kommentare
Freitag, 7. Dezember 2007 | Autor: Bernd
Ein philosophischer Jugendfilm (hier), der eigentlich für Erwachsene ist: The Golden Compass nach dem Buchzyklus von Philip Pullmann. Ich liebe die drei Bücher, weil … ach ich liebe sie einfach und lese sie gerne immer wieder. Der Buchzyklus schafft es, zugleich religiös und gegen den Missbrauch der Religion durch die Kirchen zu sein. Pullmann spielt mit Gut und Böse. Seine Figuren sind ausserordentlich lebendig und wandlungsfähig. Entgegen den eher starren Figuren wie z. B. im “Lord of the Rings” verändern sich die Figuren und ihr Charakter. In seinen Bildern gibt es starke Anklänge an Milton’s “Lost Paradise”. Gegen Ende wird der Text zu unlogisch, viele “last second” Rettungsaktionen und eine “ewige Liebe” -szene am Ende.
Die Kirche hat den Regisseur gezwungen, nicht “Kirche”, sondern “Magisterium” zu sagen, weil die Kirche schliesslich nicht so inquisitorisch und einflussnehmend sei wie bei Pullmann dargestellt …
So, jetzt habe ich den Film gesehen und bin doch ganz zufrieden. Der Soundtrack ist nicht besonders, besonders der Abspannsong von Kate Bush ist kitschig. Ansonsten, tja, es wurde versucht so viel wie möglich in den Plot zu pressen, das Buch ist aber selbst im ersten Teil viel zu komplex. So kommen ganze Abschnitte nur als ein Satz vor und es wird auch viel einfach nur artikuliert, was im Buch erst entdeckt werden muss. Die Bilder sind grandios und der Film gar nicht langweilig. Dakota Blue Richards als Lyra ist grandios. Die antikirchlich – antireligiösen Momente werden nur dem Eingeweihten sichtbar – da wurde wohl zuviel “Rücksicht” genommen. Ich werde mir so es sie geben wird, die anderen Teile auch ansehen und Euch wünsche ich viel Freude mit dem Film.
Thema: Essays | Ein Kommentar