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Beiträge vom » Januar, 2007 «

Die Weisheit der jungen Menschen

Sonntag, 28. Januar 2007 | Autor: Bernd

Üblicherweise sprechen wir immer von den “Alten Griechen”. Aber die griechischen Philosophen waren nicht älter als wir, als sie dachten und schrieben. Ihre Philosophie dagegen war noch ganz jung und frisch:

1. Mythische Formen, Erzählungen und Geschichte-n sind erste Formen der Ver- und Übermittlung von Erfahrungen, die über die Dauer eines Menschenlebens hinausgehen. Diese Mythen zu pflegen, zu verbreiten und zu tradieren war die wesentliche Tätigkeit der Priester (Rhapsoden, Sänger, Stammesälteste).
2. Wir beobachten einen Übergang von der Dominanz der Erfahrung der Ältesten zur höheren Bewertung der analytischen Erfahrung der Gegenwart durch wissenschaftliche und wissenschaftsähnliche Erkenntnisse. Natürlich besteht ein Zusammenhang zur Kolonisierung in Kleinasien, die dortigen Städtegründungen stärkten die nicht- und antiaristokratischen (militärisch-demokratischen) gesellschaftlichen Lebensformen um 600 v.u.Z.
3. Philo-Sophia (Liebe zur Weisheit) wird zu einer generalisierenden Bezeichnung für jegliche Formen der Suche nach Ursachen und Hintergründen, die sich nicht auf mythische Denkformen (nennende) beschränken.
4. Weisheit beschränkt sich nicht mehr auf die Alten, die sich auf erlebte Erfahrung berufen, sondern erfaßt nun auch die jungen Menschen, die Wissen (erlernte Erfahrung) und Erfahrungsanalyse verbinden können. (Weisheit liegt nicht in den Jahren, sondern im Kopf)
5. Früheste Form ist die Suche nach dem Urgrund des Daseienden in der daseienden Welt (Urmaterien: Wasser [Thales], die Luft [Anaximenes], das All-Eine [Xenophanes]), nicht mehr in der Tätigkeit von Göttern.
6. Thales von Milet (624-546 v.u.Z.) Kaufmann, welterfahrener Mensch, brauchte die Wissenschaft unmittelbar für den Erfolg seiner Unternehmungen. Auch durch ihn wurde viel ägyptisches Wissen und Gedankengut in das griechische Denken aufgenommen.
7. Mit der Denkbarkeit des Ursprungs als etwas dem Menschen Zugängliches beginnt die Fähigkeit zur Vergegenständlichung einen gewaltigen Beschleunigungsschub zu erfahren, (war vorher auch schon existent, aber sehr langsam, vgl. die lange Dauer von Despotien des asiatischen Typs). Damit werden die Zentren des philosophischen Denkens in der Welt [Griechenland, Indien, China] zu Keimstätten der Zivilisation des modernen Typus.
8. Die ,,Alten Griechen” sind junge Griechen, von der philosophischen Entwicklungsstufe her voll kindlicher Naivität, Einfachheit und Klarheit.

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Zenon und das Wissen

Sonntag, 28. Januar 2007 | Autor: Bernd

Zenon von Elea wurde von einem Schüler gefragt: Meister, du weißt so viel und hast so viele Fragen, ich weiß so viel weniger und mir scheint alles klar, wie kann das sein? Zenon malte mit seinem Stab einen kleinen Kreis in den Sand und sprach: Sieh, dieser Sand ist das mögliche Wissen, und dieser kleine Kreis ist das, was du weißt. Daraufhin malte er einen größeren Kreis: Das ist das, was ich weiß – nun schau, die Peripherie dieses größeren Kreises, die Grenze zum noch nicht Gewussten ist bei mir viel größer als bei dir. Es ist doch ganz klar, dass ich, der Philosoph, mehr Fragen haben muss als du.

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Eine Fabel: Die Liebe zwischen der Lerche und der Springmaus

Freitag, 26. Januar 2007 | Autor: Bernd

Die Liebe zwischen der Lerche und der Springmaus

So lange die Springmaus sich an dem gelegentlichen Gesang und an der Schönheit der Lerche freute, und die übermütige und unberechenbare Lerche gelegentlich bei der Springmaus im Warmen sass und sie gemeinsam gute Dinge assen, war alles in Ordnung, als die Springmaus aber die Lerche immer in ihrer warmen, gemütlichen Höhle bei sich haben wollte, als die Lerche auf die gemeinsamen Kinder aufpassen und regelmäßig leben sollte, wie es ihr vernünftig schien, hörte die Lerche auf zu singen und wurde grummelig und krank.
Da hatte die Springmaus schließlich Mitleid und folgte dem Vorschlag der Lerche (und ihrer Therapeutin, der Elster), in einem Nest auf einem Baum zu leben. Mitten auf einem der Flüge zwischen Nest und Höhle aber, als die Lerche wieder mal beim Jubilieren war und voller Wonne – vergaß sie, dass die Springmaus nicht fliegen kann und ließ los. Die Springmaus stürzte aus dem Himmel zu Tode. Als die Lerche das bemerkte stürzte sie sich hinterher, aber es war zu spät, sie stürzte direkt in einen See wo sie jämmerlich ertrank.
Seit dieser Zeit leben die Lerchen in Nestern auf dem Boden. Sie fanden aber nie wieder so viel Liebe wie in der Beziehung zur Springmaus.

The love between the lark and the jumping mouse.
For a long time the jumping mouse was pleased with the occasional singing and at the eauty of the boisteroulsly and incalculable lark, sometimes the lark sat occasionally ith the jumping mouse in her warm hole and they ate together good things, everything as correct, up to one time the jumping mouse wanted to have the lark always in its arm, cosy cave with her, so they getting married, and the lark should mind the common hildren and live regularly, as it seemed reasonable, but the lark stopped singing and ecame mumbling and ill.
There the jumping mouse had finally compassion and followed the suggestion of the ark (and its Therapist, the magpie), to live in a nest on a tree. In the middle on one of the flights between nest and cave however, as the lark again has good times with he rejoicing of her life and was full of delight – she forgot the fact that the jumping mouse cannot fly and released. The jumping mouse fell from the sky to death. As the lark noticed this she fell itself afterwards, but it was too late, both fell directly into a lake where they deplorably drowned.
Since this times the lark lives in a nest on the ground, but never found so much love again as with the jumping mouse.

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Thales im Brunnen oder die alten Weiber in der Philosophie

Donnerstag, 25. Januar 2007 | Autor: Bernd

Diogenes Laertius, dem wir trotz seiner eitlen Geschwätzigkeit einige, oft die einzigen verlässlichen Informationen über Philosophen des Altertums verdanken, berichtet eine Erzählung (wohl nach Platon) über Thales, daß dieser einst, um die Sterne zu beobachten, seine Wohnung verließ und dabei in eine Grube fiel. Ein “altes Weib”, das ihn begleitete, rief dem Philosophen zu: “Du kannst nicht sehen, Thales, was dir vor Füßen liegt, und du wähnst zu erkennen, was am Himmel ist?” (Diogenes Laertius. Leben und Meinungen berühmter Philosophen. Meiner. I 34).

Wenn wir jedoch bedenken, dass Sterne, in Ermangelung von Teleskopen, aus einer Brunnenröhre leichter zu beobachten sind, handelt es sich hier möglicherweise um die aktive Missdeutung (und damit Abwertung) einer wissenschaftlichen Arbeitsweise. Dieses Weib hat so eine der typischen Weisen entdeckt, wie Ungebildete mit Weisen umgehen: Sie urteilen, meist abwertend und hämisch, statt und bevor sie fragen.

(siehe auch hier)

Mitunter sind die Sprüche dieser alten Weiber (die nicht immer weiblich und damit Frauen sein müssen) besser überliefert, als die Gedanken der Philosophinnen und Philosophen selber. So finden wir dieses alte Weib auch bei Nietzsche, wo sie als Antwort auf und Zusammenfassung seiner Überlegungen ihre “kleine Wahrheit” sagt: “Du gehst zu Frauen? Vergiss die Peitsche nicht!”. Dieser Spruch gilt bis heute als Meinung Nietzsche’s, selbst wenn im Originaltext weder Nietzsche, noch sein alter ego Zarathustra dieser Meinung beipflichten und selbst wenn nicht gesagt wurde, gegen wen die Peitsche durch wen angewendet werden sollte.

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Wer denkt abstrakt?

Mittwoch, 24. Januar 2007 | Autor: Bernd

Zu den Absurditäten des Alltagsdenkens gehört die gemein übliche Beantwortung der Frage nach dem “Abstrakten Denken”. Hegel hat in einem sehr schönen Text (hier) dargestellt, daß es der Alltagsmensch ist, der abstrakt denkt, und der Wissenschaftler der welcher konkret denkt, d.h. mehrere Eigenschaften eines Sachverhalts als Ganzheit denken kann.

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Philosophen im Bild

Montag, 1. Januar 2007 | Autor: Bernd

Philosophen:

Nietzsche, Lou Andereas Salome, Ree

Nietzsche, Lou Andreas-Salome

Karl Marx

Bischof Berkeley

Jean Paul Sartre

Benedikt Spinoza

Jacques Lacan

Aristoteles

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